Ein Schützenfest besonderer Qualität

Es blieb glücklicherweise trocken: Der Festzug auf seinem Weg durch Kaltenweide.Foto: O. Krebs
 
Klaus Greinig (links) wurde gleich zweimal ausgezeichnet.Foto: O. Krebs

Gute Laune in Kaltenweide trotz einiger Regentropfen

Kaltenweide (ok). Der Langenhagen-Standard ist ein Begriff in der Flughafenstadt, wenn es um die gute Ausstattung in vielen öffentlichen Einrichtungen geht. Was die Schützenfeste angeht, so kommt allerdings keiner am nördllichsten Stadtteil vorbei. „Das Schützenfest hat schon eine besondere Qualität und hat Kaltenweide-Standard, und das ist ein besonders hoher“, sagte Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr beim traditionellen Katerfrühstück am Pfingstmontag im Festzelt. Von der Qualität und dem tollen Angebot überzeugten sich wieder viele an den vier Festtagen, und die Besucherinnen und Besucher kamen nicht nur aus Kaltenweide, sondern auch aus der näheren und weiteren Umgebung. Für die Kaltenweiderinnen und Kaltenweider hat das Schützenfest ohnehin seinen festen Platz im Terminkalender, im Norden Langenhagens heißt es nur schlicht und einfach „Wi gon op Pingsten“, wenn vom größten Fest in der Ortschaft die Rede ist. Im kommenden Jahr feiert der Schützenverein einen Schnapszahlgeburtstag, den 111., und immer noch scheinen die drei Säulen „Tradition, Gemeinschaft und Schießsport“ gut anzukommen – eine relativ hohe Mitgliederzahl in der Langenhagener Hochburg des Schießsports sprechen eine deutliche Sprache. „Wir müssen aber am Ball bleiben und dürfen uns nicht auf Erbrachtem ausruhen“, machte der Vorsitzende Thomas Moeck die Marschrichtung der kommenden Jahre deutlich. Aber der Verein setzt nach wie vor auf das Bewährte und fährt gut damit, so etwa mit 35-jährigen Geschäftsbeziehung zum Schaustellerbetrieb Musiolek. Eine Beziehung, die mittlerweile aber über das Geschäftliche hinausgeht, wie Wilhelm Musiolek beim Katerfrühstück hervorhob: „Am Anfang war alles noch sehr anonym, aber mittlerweile fühlen wir uns hier fast wie zu Hause.“ Kleine Späße am Rand runden das Ganze noch humorvolle ab – zum Beispiel das Knacken des Rekords im Käse-Krakauer-Wettessen oder etwa der inoffizielle Titel des Hau-den-Lukas-Königs, den sich Lutz Reßmeyer nach hartem Stechen gegen Jan Drewke und Cord Baumgarte sicherte.
„Reguläre“ Auszeichnungen und Ehrungen gab es auch wieder jede Menge: So sicherte sich Schützenkönigin Saskia Rehwinkel, die in diesem Jahr zusammen mit Dieter Wirth regiert, auch noch den Ortsratspokal; der Schützentaler ging an Melanie Bulitz. Gleich zwei goldene Ehrennadeln konnte sich Klaus Greinig ans Revers heften: eine vom Deutschen Schützenbund für 50 Jahre Mitgliedschaft und eine vom Verein für seine sportlichen Leistungen. Greinig ist regelmäßiger Teilnehmer bei Deutschen Meisterschaften und Landesmeister bei den Gewehrschützen. Adlerkönigin darf sich in diesem Jahr Katja Ohlendorf. Mit Ehrennadeln des Schützenvereins Kaltenweide wegen ihres Engagements abseits des eigentlichen Schützenwesens wurden Nicola Trapp, Heinz Vogeler und Sabine Letmathe bedacht.
Einige Chaoten und Langfinger ließen sich von der guten Stimmung die trotz des teilweise verregneten Wetters leider nicht anstecken – so ließen Langfinger Handy und Handtaschen mitgehen; ein Mann wurde am Sonnabendmorgen ins Gesicht geschlagen und erlitt vermutlich einen Jochbeinbruch.