Ein ständiger Sensibilisierungsprozess

Wollen denjenigen helfen, die unter starken Erdnussallergien leiden: Matthias Meyer (von links), Lehrer Jens Aschenbrenner, Lehrerin Antje Kaps, Schulleiter Timo Heiken und Kirsten Henning. (Foto: O. Krebs)

IGS Langenhagen bekommt Zertifikat als „erdnussfreie Schule“ verliehen

Langenhagen (ok). 0,3 Promille klingt wirklich wenig, in absoluten Zahlen sind das fünf von etwa 1.480 Schülerinnen und Schüler an der IGS Langenhagen. „Die Kinder und Jugendlichen zu sensiblilisieren, ist ein langer Prozess“, weiß Antje Kaps, die das Projekt seit vier Jahren begleitet. Seit dem Zeitpunkt, als Kinder mit einer hochgradigen Erdnussallergie in die fünfte Klasse der Schule kamen. Feinste Spuren von Erdnüssen können einen Schock verursachen und sogar den Tode bedeuten, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird. Antje Kaps: „Wir haben die Lehrer auch im Laufe der Zeit geschult, etwa im Gebrauch von Selbstinjektionsspritzen.“ Matthias Meyer, Vorsitzender des Nuss/Anaphylaxie-Netzwerkes, macht deutlich, dass die IGS Langenhagen für ihr Zertifikat eine Menge über einen längeren Zeitraum geleistet habe. Nur 25 Einrichtungen – zehn Schulen oder 15 Kitas – hätten es bislang bundeweit bekommen. Mensa und Cafeteria seien erdnussfrei, Lehrer, Eltern und Schüler würden auf Infoabenden ständig sensiblisiert. Doch untereinander herrsche Solidarität. „Die Schüler passen aufeinander auf“, sagt Lehrer Jens Aschenbrenner. So sei er mit 170 Schülern auf Jahrgangsfahrt gegangen, nur Gummibärchen im Gepäck. Die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen stünde obenan, zwölf Plakate mit sechs Motiven, die in der Schule verteilt sind, weisen auf die Problematik hin. Eben eine Aufklärungskampagne, die nie zu Ende geht.