Ein Vampir-Jäger in Langenhagen

Vampir-Jäger Horst Janson erinnerte sich gerne an Captain-Kronos-Zeiten. Foto: M. Schmidt

ECHO-Gespräch mit dem Schauspieler Horst Janson

Langenhagen (ms). Der Film-, TV- und Theaterschauspieler Horst Janson war kürzlich mit dem Theaterstück „Männer sind auch Menschen“ zu Gast im Langenhagener Theatersaal. Kurz vor der Vorstellung hatte das Langenhagener ECHO die Möglichkeit, mit Janson ein Gespräch zu führen.
Horst Janson, dessen Bekanntheitsgrad laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung in Deutschland bei 84,6 Prozent liegt, begannt sein Karriere recht früh in den 50er Jahren. In dem Spielfilm „Das Glas Wasser“ spielte er seine erste große Rolle neben der Schauspiel-Legende Gustaf Gründgens.
„Gründgens mochte mich“, sagt Janson. „Er hatte mich, damals noch ein sehr junger Schauspieler, zusammen mit meiner Kollegin Liselotte Pulver zu einer Theaterpremiere eingeladen – in eine Loge. Das sorgte schon für Neid und eine Menge Gesprächsstoff.“ Kurz darauf begann Horst Janson in internationalen Spielfilmen aufzutreten. Aufgrund seiner Englischkenntnisse und seines guten Agenten trat er zusammen mit Anthony Perkins, Tony Curtis und Charles Bronson in amerikanischen Filmen auf; natürlich spielte er auch weiterhin in Europa. In den 60er Jahren zog es ihn dann nach Italien: Er spielte  in dem italienischen Western „Zwei Galgenvögel geben Zunder“ neben Franco Nero und Eil Wallach einen Sheriff. Lachend erinnert sich Janson: „Für diese Rolle wurde ich, damals noch recht jung, extra auf alt geschminkt.“
In Deutschland wurde wenig später das Fernsehen auf ihn aufmerksam, und es folgten Fernsehklassiker wie die TV-Serie „Salto Mortale“ und „Der Bastian“.
„Immer noch werde ich auf diese Rolle angesprochen und Fans reden mich auch heute noch mit dem Namen Bastian an“, berichtet Horst Janson nicht ohne Stolz. Auf den besonderen Erfolg der Serie angesprochen stellt er fest: „Sicherlich war der Erfolg der Serie ein Kind seiner Zeit. Der Bastian war unkonventionell, locker und antiautoritär – ganz anders als die meisten in seiner Zeit und ganz anders als Darsteller in anderen Rollen im Fernsehen.“ Auch den Erfolg seiner Rolle in der Kinderserie „Sesamstraße“ sieht Janson in seiner lockeren Art der Darstellung begründet: „Zusammen mit der Schauspielerin Ute Willing stellte ich einen Gegenpart zu Uwe Friedrichsen und Lilo Pulver dar, die die ‘Seriösen’ in der Sesamstraße spielten.“
Auf einen Spielfilm ist Horst Janson besonders stolz: „Captain Kronos – Vampirjäger“, eine Produktion der legendären Hammer-Studios in England. „Der Hauptdarsteller sollte kein Engländer und die Filmfigur Captain Kronos sollte mysteriös sein. Es wurde nicht erklärt aus welchem Land der Vampir-Jäger kommt“, erzählt Horst Janson. „Für diesen Film habe ich das Reiten gelernt, wurde von einem Olympiasieger im Fechten trainiert und habe meine Stunts selber gemacht. Es war sehr aufregend und der Endkampf, bei dem ich den bösen Vampir töte, dauert im Film rund vier Minuten. Ich war wie Errol Flynn als Robin Hood“, schwärmt Janson noch heute von den Dreharbeiten.
Und so freut er sich denn besonders über ein Filmplakat zu Captain Kronos, das er im Langenhagener Theatersaal für einen Filmfan signieren soll. „Das muss ich meinen Kollegen zeigen“, erklärt Janson begeistert und stürmt mit dem Plakat in die Garderobe. Dort wird die Begeisterung für seine Rolle in einem internationalen Filmklassiker aus dem Jahr 1973 natürlich geteilt.
Auf die abschließende Frage, wo er denn nach einer mehr als 50-jährigen Karriere im Film, im Fernsehen und auf Theaterbühnen am liebsten arbeitet, antwort Janson diplomatisch: „Ich bin vielseitig und all das macht mir Spaß. Für einen guten Schauspieler sollte der Wechsel zwischen Theater und Film im Übrigen kein Problem sein.“