Ein Verrückter in Sachen Tennis

Helmut Schrader vor der Tafel, die das Ergebnis seines Endspielsiegs bei der Tennis-Bezirksmeisterschaft anzeigt. Foto: K.Raap

Helmut Schrader Bezirksmeister in der Altersklasse 75

Langenhagen (kr). Wenige Tage vor seinem 75. machte sich Helmut Schrader selbst ein schönes Geburtstagsgeschenk: Bei den Tennis-Bezirksmeisterschaften in Stelingen holte er sich in seiner Altersklasse souverän den Titel. Im Finale besiegte er Martin Heimer von Rot-Weiß Hildesheim klar mit 6:2 und 6:1. Zuvor hatte Schrader Horst Kassler vom Tennisclub Resse in drei Sätzen besiegt. Auch im Halbfinale hatte er keine Mühe, den Hildesheimer Gerd Tiburtius mit 6:2 und 6:1 auszuschalten. Der gebürtige Langenhagener, er sieht sich eher als waschechter Brinker, kam erst relativ spät zum Tennis. Als Mittdreißiger begann er seine Aktivitäten beim TC Langenhagen. Er schaffte es relativ schnell in den Punktspielbetrieb. In der 1. Seniorenmannschaft, die in der Regionalliga und Oberliga angesiedelt war, spielte er unter anderem im Doppel mit dem international bekannten Trainer Kurt Pohmann, Vater von Ex-Tennisprofi Jürgen. In seinem heutigen Heimatverein, dem TC Godshorn, trainiert er zwei Damenmannschaften der Altersklasse 40, die 1. Mannschaft auch im Winter in der Halle. Seine Punktspiele bestreitet er beim TC Resse. Das hat einen ganz einfachen Grund: Dort kann er bei den Herren 70 und 75 in der Regionalliga spielen, der höchsten höchsten deutschen Spielklasse. Die Gegner kommen hier unter anderem aus Berlin, Hamburg und Neumünster. Helmut Schrader ist ein echter Verrückter in Sachen Tennis, der sich auch ständig intensiv weiter bildet mit neuen Trainingstipps aus dem Internet, was übrigens auch seiner Mannschaft zugute kommt. Dass er auch an seinem 75. Geburtstag schon ein privates Tennisturnier geplant hat, ist für seine Freunde keine Überraschung.
Dass ihm Tennis relativ leicht fiel kommt nicht von ungefähr: Viele Jahre stand er im harten Taining bei den Handballern von 1887 Hainholz. In der A-Jugend schaffte er den Sprung in die Niedersachensauswahl, wo er mit dem Team beispielsweise das Vorspiel zu dem Länderspiel Deutschland gegen Norwegen im Niedersachsenstadion bestreiten durfte. In der Hainhölzer Herrenmannschaft, damals in der Oberliga ganz oben angesiedelt, und auch schon in der Jugend spielte er unter anderem gemeinsam mit dem ehemaligen Ratsherrn und Godshorner Ortsbürgermeister Reiner Godorr. Helmut Schraders Erinnerung: "Reiner war nicht der lauffreudigste, aber ein ungemein gefährlicher Linkshänder, der kaum eine Torchance ausließ." In seiner Handballlaufbahn lernte Schrader unter anderem Kapazitäten wie Dahlinger, Lübking, Schwenker und "Atom-Otto" Maychzak buchstäblich hautnah kennen. Heute lässt er kaum ein Spiel des THW Kiel im Fernsehen aus und drückt dem TSV Hannover-Burgdorf fest die Daumen in Sachen Klassenerhalt.