Ein Wellnessbad wird gewünscht

Bis zum Nachmittag war alles erledigt: Uwe Günther (von links), Karin Saremba, Sabine Meise und Sabine Geyer, die mit 45 Kolleginnen und Kollegen aktiv war.Foto: O. Krebs

Rot-Grün drückt auf die Tube – Zeitplan bis Juni

Langenhagen (ok). Die Zahlen stehen für eine große Lösung – sprich ein Sport- und Freizeitbad mit Wellnessangeboten – an der Theodor-Heuss-Straße hin. 19.974 gültige Stimmzettel sind bei der Befragung eingegangen; die Wahlbeteiligung lag bei guten 47,77 Prozent. 16.143 Bürgerinnen und Bürger haben sich für ein städtisches Schwimmbad in Langenhagen ausgesprochen; 2.595 waren dagegen. Ein sportorientiertes Bad– die kleine Lösung – wollen 5.875 Langenhagenerinnen und Langenhagener; 9.906 plädieren für ein Sport- und Freizeitbad mit Wellnessangeboten. Relativ eng zusammen liegen die Voten bei der Standortfrage, etwa 1.000 Stimmen Unterschied. 9.995 Bürgerinnen und Bürger sprechen sich für den Standort an der Theodor-Heuss-Straße aus; 8.992 für Godshorn. Nun liegt es an der Politik mit den Zahlen als Grundlage einen Grundsatzbeschluss zum Bad umzusetzen. Und die Ratsmehrheit aus SPD und Grünen hat sich gleich am Mittwoch nach Bekanntgabe des Ergebnisses an die Arbeit gemacht und einen Antrag erarbeitet, drückt jetzt aufs Tempo und schaut sich in anderen Bädern um. Die Eckpunkte: Planungskosten in Höhe von 100.000 Euro und eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von zwei Millionen Euro im Haushalt 2012; Investitionskosten zwischen 17,5 und 27 Millionen Euro brutto; eine Jahresbelastung von 1,8 Millionen bis 2,7 Millionen Euro. Die Finanzierung läuft über den städtischen Haushalt, ein Public Private Partnership kommt nicht in Frage. Bis 1. Juni soll die Verwaltung einen verbindlichen Zeitplan vorlegen; ein externer Projektsteuerer soll eingebunden werden, ein Ausschuss das Mammutprojekt begleiten. Auf bestehende Entwürfe oder Planungen bei anderen Bädern soll zurückgegriffen werden können. Was das Bad in Godshorn angeht: Vier Wochen bevor das neue Bad an der Theodor-Heuss-Straße an den Start geht, ist an der Berliner Allee Schluss; ein Nachnutzungskonzept für die Fläche mit dem großen Baumbestand soll Rat und Ortsrat Godshorn vorgelegt werden. Bis das neue Bad steht, können mehrere Jahre vergehen, solange bleibt die Initiative "Pro Hallenbad Berliner Allee" bestehen und wird den Prozess begleiten. Detlef Euscher: "Wir akzeptieren das Ergebnis." Das tut auch Stefan Otte, Geschäftsführer der Hallenfreibad GmbH, auch wenn er traurig über das Aus für Godshorn ist. Sein Team und er würden auch gern das neue Bad betreiben. Für Mike Scheer (SVG) ist der Standort nach wie vor umstritten, 1.000 Stimmen aus seiner Sicht keine große Differenz bei einer Wahlbeteiligung von knapp 50 Prozent. Er hofft, dass mit dem neuen Bad nicht so stiefmütterlich wie mit dem Kino umgegangen werde, nach dem auch Viele geschrien hätten. Auch Jens Mommsen (BBL) schätzt den Vorsprung für den Standort an der Theodor-Heuss-Straße nicht besonders groß ein; jetzt gelte es festzuzurren, wo die zwei Millionen Euro für die laufenden Kosten im Badbetrieb eingespart werden sollen. Wilhelm Behrens (ULG) freut sich natürlich über das Wählervotum, hat er sich doch schon gemeinsam mit dem heutigen CDU-Fraktionschef Mirko Heuer für das LA2O am Silbersee engagiert. Nur: "Das hätten wir auch schon sechs bis acht Jahre früher haben können", so Behrens, der auch der Ansicht ist, dass jetzt an anderer Stelle gespart werden müsse. Er ärgert sich über den "Alleingang" von Rot-Grün, man hätte jetzt alle Zeit der Welt gehabt, gemeinsam zu diskutieren. Der Auffassung ist auch sein früherer Wegbegleiter Mirko Heuer, der gemeinsam mit anderen CDU-Mitgliedern in einem Flyer für das neue Bad geworben hat. Er hofft nun, dass die Anregungen aus Delmenhorst aufgenommen werden. Heuer: „Die Stadtwerke Delmenhorst sind bereit, die Planungen zu verkaufen.“ Übrigens: Anregungen sollen auch von den Stimmzetteln übernommen, die mit Anmerkungen beschrieben waren. Sie waren zwar ungültig, sollen nach Aussage der Verwaltung aber trotzdem ausgewertet werden. Das amtliche Endergebnis gibt der Abstimmungsausschuss dann am kommenden Montag, 6. Februar, um 16.30 Uhr im Rathaus bekannt.