Ein wenig Wehmut bei Hubertus von Wick

Alle Hände voll zu tun hatten die Ersthelferinnen und Ersthelfer bei der Sanitätsübung.Fotos: O. Krebs

Antje Kaps und Jens Aschenbrenner übernehmen IGS-Schulsanitätsdienst

Langenhagen (ok). Ein bisschen Wehmut kam schon auf, als alles glatt über die Bühne gegangen war. Für Hubertus von Wick, Leiter der Sekundarstufe I an der IGS Langenhagen, war seine 27. Sanitätsübung zugleich seine letzte; zum Ende des Schuljahres geht der engagierte Pädagoge in den Ruhestand. Er war es, der den Sanitätsdienst vor mehr als einem Vierteljahrhundert an der Gesamtschule ins Leben gerufen, damals übrigens einer der ersten in ganz Niedersachsen. Hubertus von Wick: „Ich bin schon seit meinem 16. Lebensjahr bei den Johannitern.“
Besonders eine Übung ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: Zum 20. Geburtstag gab's eine ganz groß angelegte Sanitätsübung in der IGS-Sporthalle, wo die Decke runtergekommen war. Und er ist froh darüber, dass er zwei kompetente Nachfolger als Leiter des Sanitätsdienstes für die neunten und zehnten Klassen gefunden hat: Die Lehrer Jens Aschenbrenner, der einst selbst als Schüler der IGS Langenhagen dem Sanitätsdienst angehörte, und seine Kollegin Antje Kaps als gelernte Kinderkrankenschwester übernehmen den Job. Die Zukunft des wichtigen Dienstes, der sich alle zwei Wochen zur Übungsstunde trifft, ist also gesichert. 430 bis 450 Helferinnen und Helfer sind in all den Jahren ausgebildet worden, und immerhin hat etwa ein Drittel der hauptamtlichen Kräfte bei den Langenhagener Johannitern an der Langenhagener IGS gelernt.
Und auch in von Wicks letzter Übung wurde wieder deutlich, wie umfangreich und dezidiert die Aufgabe für Ersthelferinnen und Ersthelfer ist. Das relativ komplizierte Szenario: Zwei Feuerwerkskörper waren durchs offene Fenster in einen Klassenraum geflogen und hatten den Teppichboden in Brand gesetzt. Feuer und Explosionsknall lösten unter den Schülerinnen und Schülern eine Panik aus, die neben den Verbrennungen durch die Feuerwerkskörper zu erheblichen zusätzlichen Verletzungen führten. Als die Ersthelferinnen und Ersthelfer am Ort des Geschehens eintrafen, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Die Decke war heruntergekommen; Holz lag überall im Raum verstreut; 22 Sanitäter mussten 13 Verletzte mit Verbrennungen, Brüchen und auch Bewusstlosigkeit versorgen.
Kritisch beobachtet wurde das ganze Szenario von den Johannitern Rebecca und Andreas von Wick sowie Jennifer Janik. Die lobten vor allen Dingen die Geschwindigkeit, mit der die jungen Sanitäterinnen und Sanitäter am Einsatzort waren, hatten auch am Anlegen der Verbände, Pulsmessen und dem so genannten Bodycheck nichts auszusetzen. Ein Kritikpunkt lag allerdings bei der Priorisierung: So habe ein Mädchen viel zu lange in der Ecke gelegen, bis sich um sie gekümmert worden sei.