Ein Zeichen von Zivilcourage

Einweihung bei Regen (von links): Friedhelm Fischer, Daniel Barok, Uwe Spiekermann, Gabriele und Frank Lehmberg.Foto: O. Krebs

Rohdehaus: Skulptur "Innenwelt" um sechs Stelen erweitert

Langenhagen (ok). Sie haben im Frühjahr 1945 ihr Leben für ihn riskiert. Wenige Wochen vor Kriegsende hat das Langenhagener Ehepaar Lina und Rudolf Kiefert den jüdischen Flüchtling Alexander Barok versorgt. Barok war auf dem "Todesmarsch" vom aufgelösten Arbeitslager Ahlem ins Konzentrationslager Bergen-Belsen die Flucht gelungen, wurde vom Ehepaar Kiefert aufgenommen und in Langenhagen in der Straße "In den Kolkwiesen 58" versorgt. 2006 wurde das Ehepaar Kiefert vom Staat Israel als "Gerechte unter den Völkern" in der Gedenkstätte Yad Vashem geehrt. Die Stadt Langenhagen hat als Erinnerung zum Gedenken an diese mutige Unterstützung die Skulptur "Innenwelt" neben dem Rohdehaus – sie steht dort seit 1994 – vom Bildhauer Uwe Spiekermann erweitern und verändern, im Klartext um sechs Stelen ergänzen lassen. "Sie steht jetzt dort stellvertretend für alle, die Mut haben, hinzuschauen, den Mund aufmachen und ihr Leben riskieren", so Fischer. Gabriele und Frank Lehmberg von der deutsch-israelischen Gesellschaft hatten den Kontakt zu dem 49-jährigen Daniel Barok, dem Sohn des Aufgenommenen, hergestellt. In ihren Reden gingen die beiden geistlichen Vertreter Langenhagens, Pfarrer Klaus-Dieter Tischler und Superintendent Martin Bergau, auf die Bedeutung der Zivilcourage in unserer Gesellschaft ein. Denn: Wer wegschaue, mache sich auch mitschuldig. Die Kosten für die Erweiterung des Kunstwerks an zentraler Stelle werden mit etwa 5.000 Euro beziffert.