Eine Frage der Kosten

Diskussion um Stieleiche als Naturdenkmal

Krähenwinkel (ok). Naturdenkmäler – von denen gibt es in Langenhagen nicht allzu viele. Wolfgang Langrehr, Ortsbürgermeister in Kaltenweide, setzt sich deshalb für eine Stieleiche an der Uhlenflucht in Krähenwinkel ein. In der Sitzungsvorlage der Verwaltung heißt es aber: "Die notwendige Kürzung der Kronenäste hat zu einer unvermeidlichen Beeinträchtigung des imposanten Erscheinungsbildes geführt, die eine Aufhebung des Status als Naturdenkmal rechtfertigt. Aber ohne den Widerspruch der Eigentümer wäre der mächtige Baum ganz beseitigt worden." Der "artspezifische Habitus" des Baumes reiche als Kriterium für ein Naturdenkmal nicht aus, der Baum könne sogar gefällt werden, erläuterte Stadtbaurat Carsten Hettwer in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses. Wolfgang Langrehr (SPD) plädierte dafür, den Baum vorsorglich im Bebauungsplan festzusetzen, um den "größtmöglichsten Schutz" zu gewährleisten. Joachim Balk (FDP) sieht in diesem Vorgehen allerdings die Gefahr der so genannten Selbstbindung der Verwaltung. "Wir dürfen keine Präjudizien schaffen, entscheiden wir einmal in die eine Richtung, müssen wir in einem ähnlich gelagerten Fall genauso entscheiden", so die Meinung des Liberalen. Eine gewisse Ungerechtigkeit bei der Übernahme der Kosten sehen der Naturschutzbeauftragte Heinz Jansen und sein designierter Nachfolger Ricky Stankewitz. "Die Allgemeinheit hat mit ihrem Verhalten dafür gesorgt, dass der Baum schwach und krank geworden ist, deshalb kann die Eigentümerin nicht allein auf den Kosten sitzen bleiben", so Stankewitz. Jansen sagt: "Bei einer Beseitigung des Baumes hätte die Stadt die Kosten komplett übernommen. Den Rückschnitt für rund 2.500 Euro musste die Eigentümerin aber selbst zahlen. Das kann nicht sein." Stadtjustiziar Bernd Niebuhr versprach, sich des Falles anzunehmen und den Sachverhalt zu überprüfen. Zu einer Entscheidung ist der Ausschuss in der jüngsten Sitzung allerdings nicht gekommen, die Drucksache wurde zunächst einmal zurückgezogen.