Eine ganz besondere Reifeprüfung

IGS-Abiturienten klagen über Ängste, Bedenken und Belastung

Langenhagen (ok). Es ist eine spannende Zeit, die schon Generationen von Schülerinnen und Schülern durchlebt haben. Doch in diesem Corona-Jahr ist auch beim Abitur alles anders. Die psychische Belastung der Schülerinnen und Schüler ist hoch, nicht zuletzt aus Angst vor Ansteckung. In einem offenen Brief wenden sich die Abschlussklässler der IGS Langenhagen jetzt vor allen Dingen an die Landesschulbehörde, die Schulleitung und an Bürgermeister Mirko Heuer, um ihre Sorgen und Nöte zu erläutern.
Die jungen Erwachsenen haben nach eigenen Angaben viele Ängste und Bedenken. Sie fragen sich, wie hoch das Ansteckungsrisiko sei. Viele hätten Angehörige, die zur Risikogruppe gehörten, oder seien sogar selbst betroffen. Erschüttert seien sie auch von Bildern in sozialen Netzwerken, die Mitschüler bei Gruppentreffen zeigten.
Eine enorme Belastung sei auch der wirtschaftliche Gesichtspunkt: So fehlte Lernzeit, weil Mitschüler ihren selbstständigen Eltern helfen mussten. Teilweise herrsche Existenznot. Und: Was passiert, wenn jemand Covid 19 bekommt? Muss dann der ganze Jahrgang in Quarantäne? Stehen alle Prüfungen auf dem Spiel? Zum Schutze aller Reifeprüflinge solten die Abschlussprüfungen ausgesetzt und ein durchschnittlicher Notenwert errechnet werden. Ein Vorschlag, der ursprünglich aus Schleswig-Holstein gekommen war.
13 Jahre Schule und neun Jahre gemeinsames Lernen auf der Gesamtschule –eine wertschätzende Verabschiedung wird es nach Ansicht der Pennäler in diesem Schuljahr wohl nicht geben. Und auch Mottowoche, Abistreich und Abiball als Motivation und Belohnung für einen hart erarbeiteten Abschluss werden ausfallen.
Bürgermeister Mirko Heuer hat prompt auf den offenen Brief reagiert. Zu den Inhalten des Abiturs kann der Verwaltungschef natürlich wenig sagen, aber er versucht den Schülerinnen und Schülern ein wenig ihrer Sorgen und Nöte bei den Rahmenbedingungen nehmen. So seien die Reinigungsstandards in vielen Bereichen erhöht worden. Alle Hautkontaktflächenwie Tische, Stuhllehnen, Handläufe, Lichtschalter, Türklinken und so weiter werden fünf Mal in der Woche gereinigt. Genauso wie Büros, Klassenräume und Lehrerzimmer, Sanitäranlagen und Teeküchen. Vor Eingängen, Lehrerzimmer und Sekretariaten werden jetzt Säulendesinfektionsspender und Händedesinfektionsmittel aufgtestellt. Was die Masken angeht, für die es ja noch keine Pflicht gibt: Heuer rät sie zu tragen – wenn sie schon nicht zum Eigenschutz reichen, dann doch zum Schutz Anderer.