Eine Multi-Sportanlage für ganz Godshorn

Sind schon seit 30 Jahren alte Bekannte: Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung und Investor Martin Weiß. (Foto: O. Krebs)

Investor Martin Weiß investiert in ZAG-Firmensitz und Stadion 90 Millionen Euro

Langenhagen/Godshorn (ok). Er ist der Boss eines der größten Personaldienstleisters Deutschlands, und er ist nur im Doppelpack zu haben: ZAG-Chef Martin Weiß will seine Zelte in Langenhagen aufschlagen, den Firmensitz seines Unternehmens mit insgesamt 113 Deutschland-Filialen aus Hannover an den S-Bahnhof Mitte neben McDonald's verlegen und will 30 Millionen Euro in den neuen Standort investieren. 200 Stamm-Mitarbeiter, der fast 9.000 bundesweit Beschäftigten, sollen ab 1. Oktober 2022 ihren Arbeitsplatz in der Flughafenstadt haben. Nebenan will Weiß ein Parkhaus bauen und auch einen Bürgerpark finanzieren. Und: Geplant ist in einer Garage ein so genanntes Lab, in dem vor allen Dingen junge Leute nach Herzenslust experimentieren können. Martin Weiß will stark expandieren: „Zurzeit betreue ich 20.000 Zeitarbeitnehmer, in zehn Jahren sollen es 100.000 sein“. Also ein starker Gewerbesteuerzahler, der da nach Langenhagen kommen möchte. Aber im Vergleich zur Landeshauptstadt spare er enorm.
Aber warum Doppelpack? Diesen Schritt wird Weiß nur gehen, wenn die Politik seinem Herzensprojekt an der Berliner Allee „grünes Licht“ gibt. Auf dem ehemaligen Gelände des Hallenfreibades will der Investor eine Arena bauen lassen, der er sinnbildlicherweise den Namen „Klein Schalke“ gegeben hat (das ECHO berichtete). Allerdings haben sich die Dimensionen seit der Corona-Krise, in der Weiß nach eigenen Angaben „ein bisschen Geld“ verdient deutlich verändert. War im Februar noch von einer Summe von 20 Millionen Euro die Rede, die der Unternehmer anlegen wollte, so spricht er drei Monate später bereits von 60 Millionen Euro. Zentraler Baustein des Projektes ist das Stadion mit einem optionalen Dach im Stile der „Veltins Arena“ in Gelsenkirchen. Im Februar sollte sie noch 2.000 Zuschauern Platz bieten, heute sind es schon 5.000. Für Parkmöglichkeiten will der erfolgreiche Geschäftsmann sorgen, plant ein Parkahus unter der großen Sportanlage. Martin Weiß, der sehr sportbegeistert ist und unter anderem auch die Drittliga-Handballer und die Bundesliga-Turner des benachbarten TuS Vinnhorst unterstützt und an der Grashöfe gerade eine neue Sporthalle für 15 Millionen Euro baut, hat also viel vor. Die Multifunktionshalle ist einer mit Zusatztribüne versehen – alle Ballsportarten wie zum Beispiel auch die etwas exotischeren Futsal, Rollstuhlbasketball und Siebener-Rugby sollen dort möglich sein. An der Südseite zur Autobahn hin will Weiß ein Therapiezentrum mit Therapiebecken, 100 ambulanten Reha-Plätzen, Beauty-Salon und Sauna auf hohem Niveau bauen lassen und dann von den Reha-Kliniken Mettnau betreiben lassen. Details klärt er jetzt direkt am Bodensee ab. Auf der Westseite wird nach den Plänen von Weiß ein kleines Leichtathletik-Stadion mit einer Tartanbahn und Platz für 500 Besucher entstehen. Hier könnten dann auch Kulturveranstaltungen laufen; Martin Weiß plant eine Open-Air-Bühne mit Natursteinwand und Schallschutz. Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung: „Die kulturellen Angebote des Godshorner Kulturringes können so erweitert werden.“ Martin Weiß sagt: „Die Eröffnung ist am 3. Oktober 2022. Tina Turner und die Toten Hosen sind schon fest gebucht.“ Trendsportarten wie Bogenschießen, Darts, Sommerbiathlon und auch Agility mit Hunden sind dann angesagt; ein Kunstrasenplatz soll auch angelegt werden. Ein Leichtathletik-Treff will sich immer dienstags, donnerstags und sonntags um 11 Uhr treffen; In- und Outdoor-Fitness sind in Planung. Und ein besonderes Highlight ist der Beach-Club mit einem 360-Grad-Blick auf dem Dach. Der Vinnhorster plant nebenan auch einen Märchen-Kinderwald, denn er hat ein Herz für Kinder, die Stiftung „Pro Chance“ gegründet. Martin Weiß will sich auf etwa 40.000 Quadratmetern im Westen Langenhagens ausbreiten und noch Flächen dazukaufen. Wichtig für ihn: „Es soll etwas Großartiges entstehen. Jeder Bürger kann mit einer Tagespauschale die Angebote auf dem ehemaligen Gelände des Hallenfreibades nutzen.“Die Zufahrt soll über die Schulenburger Landstraße erfolgen, und Weiß wünscht sich möglichst einen Stadtbahnanschluss. Was die rechtlichen Rahmenbedingungen angeht: Der Verein „ZAG Norddörfer 2020 e.V.“ – von Vinnhorst aus gesehen liegen Godshorn, Engelbostel und Schulenburg ja im Norden – hat sich aktuell für den Breitensport gegründet ebenso wie eine Betreibergesellschaft, die Thorsten Meier leiten wird. Meier war 15 Jahre Stadionchef bei Hannover 96, verfügt über jede Menge Erfahrung im Profisport und ist zugleich designierter Geschäftsführer bei ZAG.
Und auch was den Zeitplan angeht, drückt Martin Weiß mächtig aufs Tempo: Die beiden ambitionierten Projekte hat er gerade der Verwaltungsspitze vorgestellt. Doppelstart soll am 15. August dieses Jahres sein, dann will Weiß den Bauantrag stellen. Startschuss ist dann möglichst am 1. Oktober, und wenn alles glatt geht – und davon geht Martin Weiß fest aus – sind sowohl am S-Bahnhof-Mitte als auch an der Berliner Allee exakt zwei Jahre später große Eröffnungspartys. Einweihungen, auf die sich Ute Biehlmann-Sprung besonders freut. Die Godshorner Ortsbürgermeisterin, die sich in der Vergangenheit vor allen Dingen für das Freibad-Projekt  mächtig ins Zeug gelegt hat, freut sich, dass sie ihren alten Bekannten Martin Weiß mit seinen vielversprechenden Plänen für den Standort Langenhagen und besonders für Godshorn gewinnen konnte. Martin Weiß sorgte vor 30 Jahren dafür, dass Biehlmann-Sprung sich Godshornerin wurde.