Eine neuer Steert musste her

Das Kaltenweider Wahrzeichen erstrahlt in neuem Glanz: das Eigentümer-Ehepaar Dieter und Charlotte Holzhausen sowie Ulf Rathke und David Wippich. (Foto: O. Krebs)

Kaltenweider Bockwindmühle für mehr als 10.000 Euro restauriert

Kaltenweide (ok). Gebaut worden ist sie 1602, wurde dann aber von Wennebostel nach Kaltenweide gebracht. Seit 140 Jahren steht sie schon am selben Fleck, ist schon von Weitem zu sehen. Die Bockwindmühle ist das Wahrzeichen Kaltenweides, Eigentümer Dieter Holzhausen hegt und pflegt sie liebevoll. „1952 hatte mein Vater hier noch eine Futtermittelhandlung, die er bis 1963 betrieben hat. Da wurde noch Korn geschrotet“, erinnert sich Dieter Holzhausen. Seitdem ist die Mühle im Ruhestand, ist zum Denkmal geworden. Immer sonntags zwischen 10 und 12 Uhr und nach Vereinbarung unter der Telefonnummer (0511) 77 74 81 kann sie allerdings besichtigt werden. „Oft kommen Schulklassen und lassen sich den Weg des Korns zum Brot erläutern“, weiß Charlotte Holzhausen. Restaurierungsarbeiten fallen in solch einer langen Zeitspanne natürlich immer an. Vor zehn Jahren ist die Mühle komplett gestrichen worden. Und jetzt war der so genannte Steert an der Reihe, mit der die Flügel der Mühle in den Wind gedreht werden können. Das 13 Meter lange Holz war von innen verfault und morsch, musste rundum erneuert werden. „Die Bienen und Feuchtigkeit haben dem Steert zugesetzt“, sagt Charlotte Holzhausen. Vor 17 Jahren hatte Dieter Holzhausen ihn mit Bleiblech verstärkt, vor 26 Jahren ist er das erste Mal nach 1952 vollständig ersetzt worden. Und jetzt eben das zweite Mal. „Mindestens 20 Jahre haben wir jetzt erst einmal Ruhe“, sagt Dieter Holzhausen, Eigentümer der letzten von einst insgesamt sieben Mühlen in Langenhagen. Das Niedersächsische Denkmalamt und die Untere Denkmalschutzbehörde haben das Projekt mit insgesamt 10.000 Euro bezuschusst, auch der so genannte Müllerstuhl – ein Freisitz, auf dem der Müller saß, wenn das Korn durchlief – wurde restauriert. Federführend bei dem Projekt waren Mühlentechniker Rüdiger Hagen und Caroline Ottensmeyer von der Stadt Langenhagen. Beauftragt wurde die Spezialfirma Blümner aus Bismark in Sachsen-Anhalt. Die Zimmerei konzentriert sich auf Mühlen. In Kaltenweide muss sie in nächster Zeit allerdings nicht mehr vorbeischauen.