Eine packende Interpretation

Ein großartiges Konzert, geleitet von Arne Hallmann, dem Kantor der Elisabethgemeinde. Foto: K.Raap

Großartiges Mendelssohn-Konzert in der Elisabethkirche

Langenhagen (kr). Mit der Wiedergabe der Sinfonie Nummer 2 "Lobgesang" von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der mit rund 320 Besuchern vollbesetzten Elisabethkirche gelang Kantor Arne Hallmann eine packende Interpretation. Vom markanten Auftakt, als die drei Posaunen das nur zweitaktige Hauptmotiv vorstellten, bis zu den letzten Akkorden des grandiosen Schlusschors hielt Hallmann die Spannung durchgängig hoch. Instrumentale Pracht verband sich mit vokalem Glanz. Mitwirkende waren die Kammersymphonie Hannover, die Kantorei der Elisabethkirche und drei hochkarätige Gesangssolisten. Das Orchester bestätigte seinen Ruf als facettenreicher hochprofessioneller Klangkörper, der unter der Leitung Hallmannns nuancenreiche Klangfarben entwickelte, verbunden mit technischer Präzision. Bläser und Streicher bildeten eine treffliche homogene Einheit. In ausgezeichneter Form, bestens vorbereitet, präsentierte sich der 70-köpfige stimmgewaltige Chor. Auch in puncto Intonation und rhythmischer Genauigkeit verdiente er sich Bestnoten. Bestens besetzt die drei solistischen Parts. Die in Zürich geborene Sopranistin Jacqueline Treichler begann ihre gesangliche Ausbildung nach einem abgeschlossenen Klavierstudium. Sie setzte sich in internationalen Wettbewerben durch, ehe sie 1995 als Solistin an verschiedenen Opernhäusern verpflichtet wurde. Laura Witte, ebenfalls Sopran, stammt aus Braunschweig, wo sie auch ihre ersten Opernpartien sang. Seit 2007 Mitglied des Ensembles der Staatsoper Hannover ist der in Zagreb geborene Kroate Ivan Tursic. In der aktuellen Spielzeit wirkt er unter anderem mit in den Neuinszenierungen von "Ariadne auf Naxos" und "Die Teuflin von Loudun" mit. Vor seiner Gesangskarriere hatte der Tenor übrigens Bauwissenschaft studiert und als Diplomingenieur abgeschlossen. Bei der Sinfonie Nummer 2 handelt es sich um eine Auftragskomposition anlässlich der Feiern zum 400. Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg. Bei der Uraufführung am 25. Juni 1840 in der Leipziger Thomaskirche stand der Komponist selbst am Dirigentenpult. Noch im selben Jahr veröffentlichte er die erweiterte Fassung, die auch in Langenhagen gespielt wurde. Die "Sinfonie-Kantate", wie Medelssohn sein Werk selbst bezeichnete, gliedert sich in einen sinfonischen Teil, der aus drei rein instrumentalen Sätzen besteht, und einer neunteilige Kantate mit Bibeltexten und dem Kirchenlied "Nun danket alle Gott" für Solisten, Chor und Orchester. Die Konzertbesucher erzwangen mit ihrem langanhaltenden Beifall noch eine Zugabe. Die für diesen Nachmittag ebenfalls geplante Aufführung einer Suite von Joseph Rheinberger musste wegen einer Erkrankung des Organisten Matthias Eisenberg entfallen. Das Programm soll nachgeholt werden. "Die Planungen für unsere nächste Großveranstaltung", so sagte Arne Hallmann auf Anfrage, "laufen bereits." Geplant sei ein Konzert am Sonntag, 25. November 2012 in der Elisabethkirche. "Im Mittelpunkt des Konzerts", so der Kantor, "steht die Krönungsmesse von Wolfgang-Amadeus Mozart."