Eine packende Kriminalgeschichte

Eine Szene aus "Jugend ohne Gott" Ist Anpassung das Gebot der Stunde.

"Jugend ohne Gott" am Mittwoch, 30. Oktober, im Theatersaal

Langenhagen. Am Mittwoch, 30. Oktober, 20 Uhr, bringt das TfN das Schauspiel „Jugend ohne Gott“ nach dem Roman von Ödön von Horváth auf die Bühne des Theatersaals Langenhagen. Bereits um 19.30 Uhr gibt es eine Einführung in das Stück.
Mord auf der Klassenfahrt! Nur dass die Klassenfahrt in dieser Zukunftsvision ein Bootcamp ist und die Jugendlichen den gnadenlosen Konkurrenzkampf, zu dem sie erzogen werden sollen, längst verinnerlicht haben. Anpassung ist auch im anschließenden Mordprozess das Gebot der Stunde. Während die Schülerinnen und Schüler sich scheinbar problemlos mit dem System arrangiert haben, werden sie ihrem Lehrer immer fremder. Bis dieser sich am Ende mit der Frage konfrontiert sieht: Die Wahrheit sagen und damit sein Leben gefährden oder den scheinbar einfacheren Weg der Anpassung wählen?
In seinem 1937 erschienenen Roman „Jugend ohne Gott“ entspinnt Ödön von Horváth eine packende Kriminalgeschichte und zeichnet gleichzeitig ein scharfes und erschütterndes Bild seiner Zeit. Für das TfN dramatisiert Regisseurin Alice Asper die Geschichte neu und stellt die Frage, wie eine Gesellschaft ins Totalitäre kippt. „Ich gehe in meiner Theaterfassung von einer nahen Zukunft aus, auch weil ich finde, das wird diesem Stoff am meisten gerecht. Denn Horváth schreibt nicht über den Nationalsozialismus, sondern er schreibt über den Moment, in dem eine Gesellschaft in den Faschismus kippt. Also über einen ganz fragilen Zustand, über einen Moment dazwischen. Und das möchte ich unbedingt rausarbeiten“, erklärt die Regisseurin Alice Asper.
Karten für „Jugend ohne Gott“ am 30. Oktober im Theatersaal Langenhagen kosten der HAZ/NP/ECHO- Geschäftsstelle Langenhagen im CCL erhältlich.