Eine Sprache – blumig und süß

Sind begeistert von Frankreich und von der französischen Sprache (von links): Rebecca Weyers (18), Katrin Mikolaiczyk (17), Marie Lüders (17), Jana Oczko (17) und Katharina Koerts (17).Foto: O. Krebs

Gymnasiastinnen machen beim „Prix des lycéens allemands“ mit

Langenhagen (ok). Der Klang der Sprache sei unbegreiflich schön und fließend, einfach blumig und süß. Das Französische hat es den fünf Mädchen des zwölften Jahrgangs am Langenhagener Gymnasium so sehr angetan, dass sie sich sogar freiwillig am Nachmittag in Jugendliteratur aus unserem westlichen Nachbarland vertiefen, gemeinsam über die französischen Bücher sprechen. Katharina Koerth (17) war fünf Monate zu einem Schüleraustausch in Frankreich, ist in Rouen zur Schule gegangen. „Es stehen einem Welten offen, wenn man eine Sprache spricht“, weiß die junge Frau, die dort viele Kontakte geknüpft hat, die auch heute noch Bestand haben. Das Quintett des französischen Literaturzirkels hat sich in diesem Jahr erstmals an am Wettbewerb „Prix des lycéens allemands“ beteiligt, der vom Institut francais in Zusammenarbeit mit dem Klett-Verlag organisiert worden ist. Gegenseitig haben die Mädchen sich Bücher vorgestellt, die sie zuvor gelesen haben; am Ende wurde ein „Buch des Jahres“ gekürt, das sich einer niedersachsenweiten Auswahl stellen muss. Nächster Schritt ist die Buchmesse, wo es vielleicht ausgewählt und deutschlandweit vermarktet wird. „Wir wollen franzöische Alltagsliteratur in den Unterricht einbeziehen“, sagt Französischlehrerin Ulrike Ludy, die die fünf Mädchen zusammen mit ihrem Kollegen Ulrich Lindlau betreut. Die Themen, mit denen sie sich beschäftigt haben, sind von der Bandbreite her sehr vielseitig, reichen von der Problematik und von Freundschaften in den Vororten von Paris, den so genannten Banlieus über die Auseinandersetzung von Jugendlichen und ihren Eltern beim Medium Internet bis hin zur Asylproblematik und der Flucht ohne Papiere und Gewalttätigkeit. Schlagwörter, die natürlich sowohl in deutschen als auch in französischen Familien eine große Rolle spielen können. Alle fünf haben übrigens das sprachliche Profil am Gymnasium belegt, die meisten von ihnen Französisch als Prüfungsfach im Abitur. Zusätzlich zu ihrer Reifeprüfung absolvieren sie auch noch das Sprachdiplom DELF B II, das eine Sprachprüfung im französischsprachigen Mutterland ersetzt. So stehen jetzt schon alle Wege für ein Auslandssemester offen. Übrigens: Ganz demokratisch hat sich das literarische Quintett für das Buch „Le miracle des temps“ entschieden – eine Art Roadmovie, das von einer Flucht aus Georgien im Kaukasus nach Frankreich handelt. Vortragen wird es Katharina Koerth, die schon fünf Monate Auslandserfahrung vorweisen kann. Sie hat jetzt ihren großen Auftritt Mitte Februar bei der zweiten Runde im Künstlerhaus Hannover.