Eine Überraschungstüte in Corona-Zeiten

Freuen, dass sie sich ab und an mal wiedersehen: Linea (von links), Gesa Arends-Lührs, Lasse, Klara und Lisa Ehrenberg. (Foto: O. Krebs)

Kita-Kinder und Erzieherinnen im Brinker Park brennen auf den Neustart

Langenhagen (ok) Sie vermissen sich alle so sehr – die Kinder ihre Erzieherinnen und natürlich auch umgekehrt. Seit etwa zwei Monaten ist in den Langenhagener Kindertagesstätten nichts so, wie es vorher war. Die Corona-Krise kam und am 16. März war alles geschlossen. Und bis heute gibt es nur eine Notbetreuung in den Kitas für Mädchen und Jungen, deren Eltern in den so genannten systemrelevanten Berufen arbeiten oder die einen Härtefall darstellen. So auch in der Kita Brinker Park, in der von sonst mehr als 100 Kindern nur knapp ein Dutzend aktuell betreut wird. Die stellvertretende Leiterin Lisa Ehrenberg: „Das ist schon ein komisches Gefühl. Wir bekommen viele Rückmeldungen von Eltern, dass den Kindern die Kita und ihre Spielkameraden fehlen.“ Kein Wunder, sind viele doch im Normalfall neun Stunden in der Einrichtung. Damit die lange Trennung nicht allzu schwer fällt, haben sich die Erzieherinnen für den Donnerstag etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Immer donnerstags können sich die Mädchen und Jungen zusammen mit ihren Eltern eine Überraschungstüte abholen. Mal sind zum Beispiel Sonnenblumenkerne zum Einpflanzen drin, ein anderes Mal ein Buch, eine Bastelanleitung oder eine selbstausgedachte Geschichte passend zum Geschenk, zuletzt war es eine Traumgeschichte. Für die Kinder, die im Sommer in die Schule kommen, ist die Trennung doppelt schwer, sehen sie langjährige Wegbegleiter vielleicht in der Kita gar nicht wieder. Erzieherin Gesa Arends-Lührs: „Wir haben für sie eine kleine Hausaufgabe vorbereitet– zum Beispiel etwas zum Basteln oder auch zum Rechnen.“ Kita-Leiterin Angelika Schulze ist wahnsinnig stolz auf ihre Kollegen, die das in Corona-Zeiten so gut wuppen und sich um die Kinder sorgen. Und alle freuen sich, wenn die Zeit vorbei ist, und alles wieder im Normalbetrieb losgehen kann. Denn: Kuscheln und Körperkontakt gehören bei den Kleinen einfach dazu, die Begriffe Abstand und 1,50 Meter sind ihnen fremd.