„Eine verpasste Chance“

Seit Beginn der Woche laufen die Abrissarbeiten in Kaltenweide.Foto: O. Krebs

Überraschung bei Abriss der alten Schulsporthalle

Kaltenweide (ok). Von einer Nacht- und Nebelaktion zu sprechen wäre vielleicht übertrieben, aber Fakt ist, dass einige vom Beginn des Abrisses der alten Schulturnhalle in Kaltenweide doch ziemlich überrascht worden sind. So auch Gerriet Kohls, Ortsratsmitglied der CDU und zugleich Pressesprecher des Schützenvereins Kaltenweide. Der aktive Sportschütze ärgert sich sehr über eine verpasste Chance, hätte aus seiner Sicht doch noch eine Menge brauchbares Material aus der Halle geräumt werden können. „Diese Bretter, die wir ohne Werkzeug leicht mit der Hand abgebaut hätten, wären ideal für die Seitenauskleidung unseres 25 Meter langen Pistolenstandes gewesen. Warum die Stadt uns diese einmalige Gelegenheit vorenthalten hat, ist mir unbegreiflich.“ Und weiter: „Hallenhandballtore, Basketballkörbe und Sprossenwände hätten vielleicht auch noch einen dankbaren Nachnutzer gefunden. Denn diese Gegenstände waren ebenfalls noch intakt. Ebenso wie Stühle und Bänke im Umkleidebereich. Jetzt hat der Abrissbagger die Decke der alten Schulsporthalle bereits zur Hälfte eingedrückt und dabei Teile dieser Innenausstattung beschädigt.“ Was Kohls zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Langfinger haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Handballtor, einen Basketballkorb, Kupferrohre und ein Stromaggregat aus der eingedrückten Halle mitgehen lassen.
Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass der Vorgang sehr ärgerlich sei und eine Verschwendung vorhandener Ressourcen darstelle. „Immerhin wurden diese Dinge mal mit Steuergeldern angeschafft. Offenbar zahlt die Stadt aber lieber mal einen Zuschuss, zu der ohnehin bald notwendigen Renovierung unseres Pistolenstandes mit dann frischem Geld“, sagt Kohls. Reinhard Grabowsky, CDU-Fraktionschef in Kaltenweide, pflichtet seinem Parteifreund Kohls bei: „Den Äußerungen kann ich mich nur voll inhaltlich anschließen. Es ist ein Jammer, dass so wenig oder gar keine Informationen über Umsetzungstermine von Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.“ Von der Stadtverwaltung gab’s bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.