Eine Zwischenlösung für die Stadtbibliothek

Zu Hunderten waren Eltern, Lehrer und Schüler der IGS Langenhagen bei der Sitzung im Ratssaal aufmarschiert. (Foto: O. Krebs)

Ausschüsse erteilen vorzeitiger Aufgabe des D-Traktes im Schulzentrum klare Absage

Langenhagen (ok). Schallende Ohrfeige für die Langenhagener Stadtverwaltung, die in Sachen Stadtbibliothek nachsitzen und nachbessern muss. Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch und Stadtbaurat Carsten Hettwer mussten sich in der jüngsten gemeinsamen Sitzung von Stadtplanungs- und Bildungsausschuss viele Breitseiten gefallen lassen. Einstimmig haben die beiden Gremien beschlossen, dass es einen Interimsbau für die Bibliothek geben soll. Ein Umzug der IGS-Schüler und Gymnasiasten aus dem D-Trakt scheint damit in den nächsten Jahren erst einmal vom Tisch. Und vor allen Dingen Grünen-Fraktionsvorsitzender Dirk Musfeldt kritisierte die Verwaltung scharf, forderte belastbare Zahlen ein. Es lägen noch lange nicht alle notwendigen Informationen vor, um eine Entscheidung treffen zu können. Zeitplan, präzise Darstellung für Interims- und endgültige Lösung, Gesamtkosten und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung – all das fehle. Die Schüler, Lehrer und Eltern der IGS Langenhagen, die zu Hunderten in den Ratssaal gekommen waren, vermissten die Wertschätzung. Wertschätzung für die 1.400 Schüler, wie Vater Oliver Tuntke sagte. Masterplan und Raumprogramm ließen schon lange auf sich warten, ein Neubau noch nicht in Sicht. Und eine Achtzügigkeit der IGS Langenhagen stehe noch im Raum. Nach Aussage von Stadtbaurat Carsten Hettwer soll 2020/21 ein Gesamtkonzept stehen. Aber bis dahin: Im B-Trakt stinke es, und es gebe Schimmel. Die Bedingungen seien einfach katastrophal. Hettwer räumte ein, dass die Container für die Langenhagener IGS die schlechtesten in der Stadt seien. Schülerin Vanessa Standop fragte, ob sich die Politiker schon einmal Gedanken gemacht hätten,wie sich die Schüler fühlten, wenn sie ihren Lernort verlieren würden und ihre Kontinuität nicht mehr entfalten könnten. Mutter Stephanie Hamburg machte deutlich, dass die Bläserklassen das Aushängeschild der IGS seien, der Spaß am Musizieren. Musik in Containern gehe gar nicht. Geplant war ursprünglich allerdings auch, dass nur der westliche Teil des D-Traktes für die Stadtbibliothek genutzt werden sollte. Nach Einschätzung des früheren IGS-Schulleiters Wolfgang Kuschel scheitere diese Zwischenlösung am Ganztagsbereich. Langfristig sei es allerdings vernünftig, das Herzstück der Gesamtschule in die Mitte der Schule zu setzen. Domenic Veltrup (BBL) sagte, dass der Ort für die Bibliothek gut sei, das Gebäude ein Kompromiss, der Zeitpunkt allerdings eine Katastrophe. Jetzt muss die Verwaltung nach Lösungen für einen Interimsbau der Stadtbiblithek suchen, der Mietvertrag im Stadthaus läuft aus. Im Gespräch waren unter anderem das Rohdehaus im Eichenpark oder aber auch die Grünwald-Fläche am Handelshof. Und eins ist für den SPD-Politiker Wolfgang Kuschel auch noch klar: Ergebnisoffen kann jetzt nicht mehr diskutiert werden. Alle waren sich einig, dass Papier transportiert werden solle, bevor Menschen umziehen müssen. Die Schulleitung der IGS ist froh über diese Kehrtwendung, den D-Takt nicht vor einem Neubau aufgeben zu müssen. Schon seit Jahren lebe die Schule mit Interimslösungen: Nur die Hälfte der vorhandenen naturwissenschaftlichen Fachräume sei vorhanden, B-Trakt und Sporthalle hätten schon vor Jahren zurückgebaut weden sollen, und auch der M-Trakt sei nur noch eingeschränkt nutzbar. Ein neuerliches Provisorium scheint dem Schulzentrum erspart zu bleiben.