Einen guten Rutsch – einen guten Anfang!

Viele Menschen wünschen sich heute: „Einen guten Rutsch“. In Jahren mit Schnee und Eis haben Sie vielleicht schon manchmal gedacht: „Eigentlich möchtest du gar nicht rutschen.“ Aber darum geht es ja auch nicht. Gemeint ist ein guter Anfang, das beinhaltet das hebräischeWort „rosch“, das wir zu „Rutsch“ verballhornt haben. Ein neues Jahr ist in der Tat ein Anfang. Ein Anfang, dem in den ersten Tagen ein Zauber innewohnt, der Zauber des Unberührten und Neuen, der Reiz des Unbekannten und Verlockenden. Aber da gibt es auch die bedrohliche und
Angst machende Seite. Was ist mit den negativen Erfahrungen, Katastrophen und Krisen des vergangenen Jahres? Ist das wirklich alles vorbei? Wie geht es weiter? Was bringt die Zukunft bezüglich der Partnerschaft, des Arbeitsplatzes und der
Gesundheit? Wie kann das Jahr 2012 zu einem guten
Jahr werden? Die meisten meinen: Dazu müssten wir mehr Geld haben, eine bessere Wirtschaft, eine funktionierende Gesundheitsversorgung und so weiter.
Doch dies alles scheint mir zunächst nicht so wichtig. Zunächst ist Weisheit vonnöten, ein Urteilsvermögen, das die Dinge ins rechte Licht zu stellen vermag
und das die Rangfolge der Werte beachtet. Den Mut zu haben, die alltäglichen Herausforderungen zum Wandel zu erkennen und anzunehmen. Dann können wir vielleicht die Neujahrswünsche von Peter Rosegger
leichter umsetzen: „Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit. Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid. Ein bisschen mehr Liebe und weniger
Hass. Ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was. Statt so viel Unrast
ein bisschen mehr Ruh. Statt immer nur ICH ein bisschen mehr DU.
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut. Und Kraft zum Handeln – das wäre gut. In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht. Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht. Und viel mehr Blumen, solange es geht. Nicht erst
an Gräbern – da blühn sie zu spät.Ziel sei der Friede des Herzens.
Besseres weiß ich nicht.“ Nicht alles was des Wandels bedarf.,
ist von Menschen machbar. Wir dürfen uns auch im Neuen Jahr von
Gott begleitet und getragen wissen. In diesem Sinn: Einen guten „Rutsch“

Klaus-Dieter Tischler,
Pfarrer