„Einen klaren Kopf behalten“

Margarete Grimme (rechts) und ihre Tochter Margret Riedlinger.Foto: D. Lange

Margarete Grimme wurde jetzt 100 Jahre alt

Langenhagen (dl). „Man muss einen klaren Kopf behalten und sein Leben selbst in die Hand nehmen“ Diese Maxime hat sich die Jubilarin zeitlebens zu eigen gemacht und hat noch bis vor drei Jahren ihren eigenen Haushalt in ihrer Wohnung in Hannover geführt. Eine Krebserkrankung und eine gebrochene Hüfte als Folge eines Sturzes ließen ihr dann aber keine Wahl, und seitdem lebt Margarete Grimme im Altenzentrum Eichenpark in Langenhagen. Ein weiteres wichtiges Prinzip in ihrem Leben war es, stets das Geld zusammen zu halten und keine Schulden zu haben. „Erst wenn alles bezahlt ist, kann auch gefeiert werden“. Bereits als Schülerin hatte Margarete Grimme ein gutes Verhältnis zu Zahlen und gehörte in Mathe mit zu den Besten in ihrer Klasse. Geboren wurde sie am 25. Februar 1912 in Rumbeck, einem kleinen Ort an der Weser zwischen Hameln und Rinteln, wo sie und ihre vier Geschwister- drei Brüder und eine Schwester- aufwuchs und auch zur Schule ging. Rückblickend findet sie: „Meine Jugendzeit war nicht immer leicht, aber sie war trotzdem schön." Im Jahr 1937 heiratete sie gegen den Willen ihrer Eltern und auch ohne deren Unterstützung: „Die Aussteuer musste ich von meinem eigenen selbstverdienten Geld bezahlen“. Margarete Grimme arbeitete in den für die damalige Zeit typischen Frauenberufen wie in der Produktion einer Kofferfabrik und in verschiedenen Haushalten. Ihr Ehemann hatte bis zum Kriegsbeginn eine Stelle bei den Hannoverschen Verkehrsbetrieben, wurde Soldat und kehrte nach dem Krieg zwar mit einem Verdienstkreuz, aber krank aus der Gefangenschaft nach Hause zurück. Währenddessen musste Margarete Grimme sich und ihre 1939 geborene Tochter durchbringen. Ihr Mann starb mit 61 Jahren an den Spätfolgen des Krieges und auch ihre Geschwister hat sie inzwischen alle überlebt. Sie hat zwei Kinder- eine Tochter und einen Sohn- vier Enkelkinder und mittlerweile auch drei Urenkel. Zu ihrer Tochter Margret Riedlinger hat die Jubilarin schon immer ein besonders gutes Verhältnis und auch die Enkel besuchen ihre Großmutter gerne zu ihrem Ehrentag.