Einer der letzten Augenzeugen

Blickt auf 90 bewegte Jahre zurück: Kurt Norberg mit seinen Kindern Olaf Norberg und Ute Sellmer. (Foto: B. Norberg)

Langenhagener Kurt Norberg feierte jetzt seinen 90. Geburtstag

Langenhagen. Kurt Norberg beging am Sonnabend 10. April, seinen 90. Geburtstag im Kreis seiner engsten Familie. Er ist wahrscheinlich einer der letzten lebenden Augenzeugen des Endspiels zur deutschen Fußballmeisterschaft 1942 im Berliner Olympiastadion. Schalke 04 gewann damals gegen First Vienna FC.
Überraschungsgast Willi Minne überbrachte trotz Nieselregens und den strengen Corona-Bedingungen Geburtstagswünsche und einen Präsentkorb im Namen der Stadt Langenhagen und machte den Tag damit zu etwas ganz Besonderem. "Was habe ich alles gemacht", staunt Kurt Norberg über sich selbst. In Berlin geboren, im Krieg ausgebombt, wuchs er in einer Gartenlaube auf und überstand drei Jahre Kinderlandverschickung - zuerst auf Rügen und später in Dänemark. Als er zurückkommen durfte, war er zu einem jungen Mann herangewachsen. Als Pendler zwischen Ost und West erreichte er trotz kriegsbedingten Ausfällen in der schulischen Laufbahn den jahrgangsbesten Abschluss als Werkzeugmacher bei Siemens in West-Berlin. Dadurch erhielt er ein Stipendium für ein Ingenieur-Studium.
Politisch verfolgt musste er 1956 mit seiner hochschwangeren Frau endgültig in den Westen flüchten, wo seine erfolgreiche Karriere als Ingenieur bei IBM begann. Mit seinen beiden Kindern und seiner Frau musste er berufsbedingt oft umziehen. Zuerst nach Bremen, dann nach Kassel und später nach Langenhagen. Nun ist er schon seit über 30 Jahren im Ruhestand, den er mit seiner Frau Rita bis zu ihrem Tod mit unzähligen Reisen ausfüllte.
Seine Kinder und Kindeskinder leben teils auch in Langenhagen. Und in seiner Heimat Berlin wachsen bereits zwei Urenkel heran. Und so blickt der Jubilar voller Stolz auf 90 bewegte Jahre zurück.