Einer flog übers Weiherfeld

EPL: Inspektion des Nahwärmenetzes Weiherfeld per Drohne

Kaltenweide. Unsichtbar liegen die Nahwärme-Leitungen der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) unter der Erde. Im Alltag ist das ein großer Vorteil für die Bewohner und das Stadtbild. Die Überprüfung der Technik erschwert es jedoch, da eine einfache Sichtprüfung nicht möglich ist. EPL setzt daher auf Drohnen und kontrolliert den Zustand des Netzes mit Wärmebildkameras aus der Luft. Je nach Wetter finden die Flüge Mitte Dezember oder im Januar statt.
„Für eine effiziente und damit klimaschonende sowie günstige Wärmeversorgung müssen wir dafür sorgen, dass unsere Nahwärmenetze technisch immer in einem sehr guten Zustand sind“, erklärt Martin Grätz von der kommunalen Energie-Projektgesellschaft. Defekte Isolierungen würden durch Wärmeverluste den Energieeinsatz erhöhen; auch könnten Lecks an Leitungen oder Bauteilen durch stetig austretendes Wasser zu unterirdischen Hohlräumen führen.
Mit den Drohnenflügen über dem Wohngebiet Weiherfeld überprüft EPL jetzt den Zustand der Wärmedämmung der Leitungen und kann bereits kleine Lecks aufspüren. An der eingesetzten Drohne ist eine Wärmebildkamera montiert. Damit wird der Verlauf der Nahwärmetrasse aus einer Höhe von rund 40 Metern fotografiert. Sollte es Schäden an der Wärmedämmung geben, lässt sich die konkrete Stelle erkennen: Dort ist der Boden wärmer als an Stellen, an denen die Leitungen in Ordnung sind. Und diese Stellen zeigt dann die Wärmebildkamera. „Damit das funktioniert, muss jedoch das Wetter mitspielen. Bei niedrigen Luft- und Bodentemperaturen funktioniert das Verfahren besser“, sagt Grätz.
Die Wärmeleitungen sind für den störungsfreien Einsatz über viele Jahrzehnte entwickelt. Doch Wurzeln von Bäumen können die Wärmedämmung ebenso beschädigen, wie dauerhafte Erschütterungen durch schwere Lastwagen in der Nähe von Straßen. Und auch natürliche Bodenbewegungen belasten die isolierten Rohre. „Manchmal stoßen wir auch auf Schäden, die bei Bauarbeiten verursacht und die uns leider nicht gemeldet wurden“, berichtet Grätz. Ein Schaden bei Erdarbeiten sei natürlich immer unschön. Doch wenn EPL sofort davon erfahren würde, ließe er sich kostengünstiger reparieren, als wenn die Stelle einfach mit Erde zugedeckt werde. Die Wärmeverluste würden sich summieren und der Schaden an den Rohren und der Isolierung kann sich mit der Zeit auch deutlich vergrößern. Schon ein ordentlicher Hieb mit einem Spaten könnte zu massiven Defekten an der Isolierung führen und die Stelle muss auf alle Fälle von Fachleuten untersucht werden. „Daher bitten wir darum, dass uns unverzüglich gemeldet wird, wenn bei Erdarbeiten die Nahwärme-Leitungen aus Versehen freigelegt werden“, hebt Grätz hervor. Die Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH (EPL) ist ein lokaler Energiedienstleister in Langenhagen. Das Unternehmen wurde 1994 von der Stadt Langenhagen und der Enercity AG (ehemals Stadtwerke Hannover AG) gegründet. Die Hauptziele der EPL sind, eine wirtschaftliche, ressourcen- und klimaschonende Energieversorgung auf kommunaler Ebene zu realisieren sowie die verbrauchsbedingten Emissionen zu reduzieren. Zu den Geschäftsfeldern von EPL zählen die Planung, der Bau und der Betrieb effizienter Strom- und Wärmeproduktionsanlagen sowie die Nahwärmeversorgung von Wohnhäusern und anderen Gebäuden durch den Einsatz von modernen Blockheizkraftwerken und anderen effizienten Wärmeerzeugungsanlagen. Aktuell steht der Bau und Betrieb von größeren Fotovoltaik-Anlagen zur nachhaltigen Produktion von Strom aus Sonnenlicht besonders im Fokus – hier verfügt EPL über Erfahrungen seit 2013.