„Eins, zwei, drei, und alle legen los“

Stehen neuen Erfahrungen offen gegenüber: Ralph Sensing (links) und Pierre Köhler. (Foto: O. Krebs)

„Geselle trifft Gazelle“: Maler Pierre Köhler nimmt aus Ruanda-Projekt Erfahrungen fürs Leben mit

Krähenwinkel (ok). Es klingt nicht nur spannend, es war es auch. Ein Projekt, das der frischgebackene Malergeselle Pierre Köhler in seinem Leben wohl nicht vergessen wird. „Geselle trifft Gazelle“ hat den 29-Jährigen im Juni zwölf Tage lang in den Norden Ruandas im Osten Afrikas geführt. Dort hat er in einem groß angelegten Projekt, das die Maler- und Lackierer-Innung unterstützt, mit anderen Handwerkern eine Berufsschule von Grund auf renoviert, zum Beispiel die Wände gestrichen und die Fenster gekittet. Werkzeuge, die transportiert werden konnten, wurden auf den schwarzen Kontinent mitgenommen, Material vor Ort gekauft. Und wie war das mit der Verständigung? „Entweder in Englisch oder eben aber mit Händen und Füßen“, erzählt ein sichtlich beeindruckter Pierre Köhler. Beeindruckt, gerade, was die Voraussetzungen bei diesem Sozialprojekt angeht, bei dem auch kulturelle und geschichtliche Aspekte neben der Arbeit eine Rolle spielten und sich im Land umgesehen wurde. Und nicht nur das gab es große Unterschiede im Vergleich zu Deutschland. Auch, was die Arbeitsorganisation angeht: „In Deutschland heißt es erklären, zuhören und ausführen, in Afrika eins, zwei, drei, alle legen los“, erzählt Pierre Köhler schmunzelnd. Viele hätten das erste Mal einen Pinsel oder eine Rolle in der Hand gehabt, hätten Farbe mit Reisigstäben an die Wand gebracht und Teleskopstäbe selbst geschnitzt. Köhler habe dort viele Dankbarkeit für die Hilfe erfahren. Und eine Lebensfreude vermittelt bekommen,die seine Einstellung zum Leben durchaus präge. „Im übernächsten Jahr soll das ganze Projekt noch ausgebaut werden. Dann sind alle Gewerke beteiligt, und es laufen acht Projekte an acht unterschiedlichen Orten im Nordenn Ruandas“, weiß Innungsmeister Ralph Sensing.