Einsicht oder Umbau am Klusmoor?

Michael Braun (von links) vom Fachdienst Verkehr prüft die Übersicht aus Kinderperspektive im Gespräch mit Bettina Auras, Marion Danielsen und Christiane Bunk. (Foto: G. Gosewisch)

Eltern fahren vor der Grundschule kreuz und quer

Engelbostel (gg). Rund hundert Schüler verlassen die Grundschule Engelbostel werktags um 15 Uhr. „Alle kommen auf einen Schlag raus, weil im Ganztagsbetrieb schon darauf gewartet wird, dass Schluss ist“, erklärt Elternvertreterin Marion Danielsen. Eine Gefahrensituation sieht sie an der Kreuzung Klusmoor und Gosewischs Garten direkt vor dem Eingangsbereich der Schule. „Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen, fahren kreuz und quer. Es wird geparkt, wo eben Platz ist. Dadurch wird es unübersichtlich“, so ihre Beobachtung. Sie möchte, dass eine neue Parkplatzregelung zurückgenommen oder nochmals geändert wird, die für die Parkplätze an den drei großen Eichen neben dem Eingang gilt. Dort ist Platz für vier PKW, die bisher halb auf dem Fußweg parken durften. Das ist nun verboten, die PKW dürfen nur noch auf der Fahrbahn stehen. Dadurch ist der Fußweg breiter – eine Notwendigkeit, da der Wurzelbereich der Eichen „uneben“ ist. „Diese PKW versperren die Sicht. Kinder, die die Straße Klusmoor zu Fuß queren wollen, müssen sich auf die Hälfte der Fahrbahn stellen, um zu sehen, ob die Straße frei ist“, argumentiert Danielsen beim Ortstermin, um den sie in Absprache mit dem Schulelternrat mit der Kontaktbeamtin der Polizei Christiane Bunk, der Schulleiterin Claudia Haller und dem zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Michael Braun, Fachdienst Verkehr, gebeten hatte. Die Meinung aller Eltern zum Gefahren-Problem wurde vorab nicht abgefragt.
„Eine Straße ist zum Fahren und zum Parken da, ein Fußweg ist für Fußgänger da. Eine subjektive Gefahrenwahrnehmung ist keine objektive.“ Mit diesen eindringlichen Worten brachte Braun etwas Sachlichkeit in die Diskussion, nachdem seitens der Eltern Forderungen nach Zebrastreifen mit Beleuchtung, Betonhindernissen und weiteren baulichen Maßnahmen laut wurden. Zu prüfen sei für ihn in den nächsten Tagen, was sinnvoll ist. Falls er Änderungen anordne, würden diese zeitnah umgesetzt werden. Welche das sein werden, sei dann auf der Straße in Form von neuen Schildern oder Ähnlichem zu sehen. Er entscheide nach Straßenverkehrsordnung, zu beraten oder zu diskutieren sei das in keinem Gremium. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke bestätigt aus Erfahrung: „Das ist der normale Vorgang in solchen Fällen. Auch der Ortsrat bekommt keine Ankündigung einer Veränderung.“
Schulleiterin Claudia Haller wünscht sich ein absolutes Halteverbot im weiten Bereich vor der Schule: „Ich habe immer wieder Autofahrer auf ihr Fehlverhalten angesprochen. Das lasse ich jetzt, denn zu oft bin ich schon angeschimpft worden.“ Sie setzt auf andere Lösungen wie dem bekannten „walking bus“, bei dem Schüler gemeinsam zu Fuß zur Schule gehen, das müssten die Eltern aber organisieren. Christiane Bunk sieht die Lösung des Problems in weiterer Aufklärung und Ermahnung, „bauliche Maßnahmen bringen keinen Erfolg.“