Elf Hühner und ein Inklusions-Hahn

Kümmern sich liebevoll um die Hühner und den Hahn: Ida (von links), Silvia, Louis, Hanna, Alexander Schadock und Sonja Grießing. (Foto: O. Krebs)

Grundschule Engelbostel strebt den Titel „Umweltschule in Europa“ an

Engelbostel (ok). Eier von glücklichen Hühnern –das trifft an der Grundschule in Engelbostel voll und ganz zu. Die Schule, die auch schon sportfreundlich ist, hat sich auch das Thema Natur und Umweltschutz ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben, möchte gern „Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule“ werden. Vor etwa zwei Jahren hat die Grundschule am Projekt der Region Hannover mit dem mobilen Hühnermobil quasi Blut geleckt und setzt seitdem auf die eigene Eierproduktion im eigenen Hühnermobil. Die Eier werden dann in der Frühstücksbude verkauft. „Wir haben insgesamt elf Hühner und einen Hahn, der schon mehrfach stolzer Vater ist. Jedes Huhn hat seinen Namen“, erzählt Lehrerin Sonja Grießing, die das Projekt zusammen mit der Hühner-AG betreut. Ein Projekt mit viel Verantwortung. Jeden Tag muss gesäubert, das Trinkwasser aufgefüllt und natürlich die Eier aufgesammelt werden. Im Moment übernehmen diesen Job die Kinder in der Notgruppe, die in Corona-Zeiten in der Grundschule betreut werden. In den Ferien nehmen die Lehrer und auch schon mal die Eltern die Hühner. Und das Hühnerprojekt ist auch in Sachen Müllvermeidung richtig nachhaltig: „Was die Hühner nicht fressen, bekommen die Würmer“, sagt Schulleiterin Stefanie Haller. Die Erde aus der Wurmkiste kommt dann in die Hochbeete die extra angelegt worden sind,es wächst und gedeiht, und schon ist der Kreislauf perfekt. Kräftig mit an packt im Moment Alexander Schadock, der noch bis August als Bufdi im Freiwilligendienst an der Grundschule Engelbostel ist. Der Hahn ist als einziger Mann im wahrsten Sinne der Hahn im Korb. Und noch etwas macht ihn ganz besonders: „Er ist ein Inklusions-Hahn“, sagt Schulsekretärin Corinna Meyer. Denn nach einem Unfall hinkt er etwas. Das hält ihn aber keineswegs davon ab, die Hühner zu beglücken und für Nachwuchs zu sorgen.
Das hohe Umweltbewusstsein kommt übrigens nicht nur im Sachunterricht zur Geltung, sondern wird versucht, in alle Unterrichtsfächer einzubauen. Darüber hinaus kooperiert die Schule mit den örtlichen Vereinen und Verbänden.
Ziel ist eine weitere Verinnerlichung des Themas Müllverwendung/Müllermeidung. Dazu sollen auf dem Schulgelände weitere Möglichkeiten der Müllverwertung (Biomüll, Papier) geschaffen werden: Anlegen eines Komposthaufens, Bau weiterer Wurmkisten im Werkunterricht oder in Arbeitsgemeinschaften. Gleichzeitig werde die Sensibilisierung der Elternschaft für dieses Thema angestrebt., zum Beispiel durch Erstellen von Flyern für die Kinder. Auch Themenfrühstücke seien durchaus denkbar.
Den Kindern soll anschaulich gemacht werden, wie verwoben scheinbar unabhängig voneinander vorhandene Teilbereiche der Natur miteinander sind. Dazu werden die dann auf dem Schulgelände existierenden Kleinbiotope untersucht und miteinander in Verbindung gesetzt. Es werden neue Hochbeete, ein Insektenhotel, ein Teich und eine Kräuterspirale angelegt und dadurch insgesamt neue Möglichkeiten der Naturbeobachtung geschaffen.