„Emotional und sozial gestärkt“

Matthias Merten zeigt, wo es langgeht. (Foto: O. Krebs)

IGS-Fünft- und Sechstklässler trainieren intensiv Teambuilding

Langenhagen (ok). Schülern fehle es heute oft an Empathie. Das hat Matthias Merten von „Teamwork“ in Hildesheim oft festgestellt. Zusammen mit seiner Frau Anne bietet der Sozialarbeiter und zertifizierte Gewalt- und Deeskalationstrainer unter anderem soziales Kompetenztraining in Schulen an, ist gerade in den fünften und sechsten Klassen an der IGS Langenhagen. Dort sollen die Kids zum Beispiel lernen, dass im „Wir kein Ich steckt“, und es kein Zeichen von Stärke sei, „einen auf dicke Hose zu machen“. Matthias Merten: „Die Mädchen und Jungen müssen lernen, dass 'ich bin, wer ich bin'“. So mache Schule mehr Spaß und kann auch ganz einfach sein. Empathie gehe auch durch die vielen Medien verloren, bei den Schülerinnen und Schülern müssten die Interessen und Begabungen geweckt werden. „In einer Klasse spielen drei Kinder Golf, eine Andere malt ganz hervorragend“, freut sich Anne Merten. Die Talente müssten einfach nur rausgekitzelt werden. Und auch die Schulleitung hat festgestellt, dass sich die Zusammensetzung der Schülerschaft und die Art der Konflikte in den vergangenen Jahren stark geändert haben. Nicht unbedingt körperliche Gewalt stehe im Mittelpunkt , sondern beispielsweise auch Cybermobbing. Die Schüler müssen lernen, sich und ihre Umwelt genauer zu betrachten und zu achten. Die Stärken der Anderen fördern, aber ihre Schwächen nicht ausnutzen. Matthias Merten: „Ein Blick von außen ist ganz wichtig, die Gesellschaft muss mehr tun. Er plädiert deshalb für so genannte musltiprofessionelle Teams. Die ersten Trainings haben offensichtlich schon Früchte getragen, neun Stunden werden pro Klasse in Jahrgang sechs geübt, 16 in Klasse fünf. Eine Lehrerin hatte wegen des Zusammenhaltes in ihrer Klasse schon Tränen in den Augen. Finanziert wird das ganze Projekt zu 100 Prozent, insgesamt 18.000 Euro für ein Schuljahr, von der pronova BKK. Die Krankenkasse hat schon mit der Gesamtschule zusammengearbeitet, hat einen Präventionsauftrag und sieht das Training als sehr sinnvoll an. Sonja Trautmann von der Gesunheitsförderung: „So gehen die Kinder und Jugendlichen gestärkt durch ihre Schullaufbahn. Sowohl emotional als auch in Sachen sozialer Kompetenz. Das beeinflusst auch die Gesundheit.“