Er bewahrte sich seinen Humor

Ist jetzt nach 38 Jahren in Rente gegangen: Pfarrer Klaus-Dieter Tischler. (Foto: D. Lange)

Katholische Pfarrgemeinde verabschiedet ihren Pfarrer Klaus-Dieter Tischler

Langenhagen (dl). Nach 38 Berufsjahren, davon 20 Jahre in der katholischen Liebfrauen-Gemeinde mit Zwölf Apostel in Langenhagen, geht Pfarrer Klaus-Dieter Tischler nun in Rente. Die Sitzplätze in der Zwölf Apostelkirche reichten bei weitem nicht aus für alle Gläubigen, die gekommen waren, um ihren Pfarrer mit einem festlichen Gottesdienst in den Ruhestand zu verabschieden. Wie in all den Jahren gestaltete Tischler, der um ein offenes Wort nie verlegen ist, auch seinen Abschiedsgottesdienst selbst. Dabei ist Tischler schwer gehbehindert, was auch drei Klinikaufenthalte und mehrere Operationen an Knie und Hüfte nicht entscheidend verbesserte. Im Gegenteil. Man sieht ihm an, wie ihn jede Bewegung schmerzt. Dann verzieht er kurz das Gesicht, weil er sich nur mühsam und nur kurz aufrecht halten kann. Nur im Sitzen sind die Schmerzen erträglich. Man sieht ihn daher oft mit einem E-Scooter, seinem Papamobil, wie er es scherzhaft nennt, durch Langenhagen rollen, Auch seinen Gottesdienst absolviert Tischler weitgehend im Sitzen. Dennoch versteht es der scheidende Gemeindepfarrer, seine Zuhörer mitzunehmen, sie mehr als einmal zum Schmunzeln oder gar zum Lachen zu animieren. Seinen Humor konnte sich Tischler also offenbar bewahren, auch wenn es mitunter doch eher nach Galgenhumor klingt. „Wenn selbst der Papst bei seinen Gottesdiensten sitzen darf, ist nicht einzusehen, warum ich das nicht auch darf“, argumentiert Tischler in dieser Angelegenheit durchaus nachvollziehbar. Bei der Aufarbeitung seiner Biografie widerstand Tischler der Versuchung, sie lediglich als eine Aneinanderreihung von Zahlen wiederzugeben. Stattdessen konzentrierte er sich auf für ihn wichtige Eckpunkte und Stationen seiner beruflichen Laufbahn. Nach seiner Priesterweihe 1981 in Hannover wechselte Tischler in eine Pfarrgemeinde in Cuxhaven. Nicht nur dort, sondern auch später in der Diözese Neustadt, Mandelsloh, Schwarmstedt lernte Tischler die Menschen und die damit in Zusammenhang stehenden besonderen Herausforderungen an das Priesteramt kennen, die sich für einen Pfarrer im Vergleich zur Großstadt angesichts der großen Entfernungen zu den einzelnen Pfarrgemeinden stellen. In den 38 Jahren seiner beruflichen Laufbahn waren es deshalb stets die Menschen, für für ihn als Pfarrer am wichtigsten waren. Auf sie richtete sich der Blick, wenn Tischler seine eigenen Erfahrungen reflektierte und wie seine Arbeit auch ihn selbst veränderte. In der Kirche wird man ihn künftig nur noch als Gottesdienstbesucher antreffen, dafür immer wieder gerne als Gast der Mimuse im Theatersaal. Als ausgewiesener Freund von Spott und Satire im Kabarett wartete im Anschluss an seinen Abschiedsgottesdienst noch eine ganz besondere Überraschung auf Klaus-Dieter Tischler. Auf Tischlers eigenen Wunsch und möglich gemacht von der Gemeinde kam kein geringerer als Matthias Brodowy zu einem Auftritt in das Zwölf Apostel-Gemeindehaus.