Er hat sich richtig durchgebissen

Haben immer einen guten Draht zueinander gehabt: Aras Oskan und sein Meister Thomas Brzezicha, der auch schon seit mehr als 30 Jahren bei „Beer & Sokolowsky“ ist. (Foto: O. Krebs)

Flüchtling Aras Oskan darf dich jetzt Kfz-Mechatroniker nennen

Langenhagen (ok). Es war ein langer und harter Weg, aber er hat sich richtig durchgebissen. Aras Oskan, der im Juli 2014 ohne Deuschkenntnisse als Flüchtling von Syrien nach Deutschland gekommen ist, hat jetzt seine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker beim Langenhagener Opelhändler „Beer & Sokolowsky“ bestanden. Dreieinhalb Jahre liegen hinter ihm, im ersten Jahr habe er in der Berufsschule nur Bahnhof verstanden. Aber die Fachbegriffe haben es ja auch in sich, und die Schrift ist im Arabischen auch komplett anders. Der 26-Jährige ist allen dankbar, gerade in der Werkstatt sei ihm alles zwei-, drei- oder sogar viermal erklärt worden, bis er es endlich verstanden habe. Im zweiten Lehrjahr lief es dann wesentlich besser. Aras Oskan brachte bessere Zeugnisse mit nach Hause, verstand die Lehrer endlich und bestand auch die Zwischenprüfung. Aras Oskan – einziger Flüchtling in seiner Berufsschulklasse – ist auch ein wenig stolz: „Ich habe nicht abgebrochen.“ Nein, er hat sogar die Abschlussprüfung bestanden. Und noch besser: Aras Oskan hat auch einen neuen Job in der Tasche, hat im Februar bei einer Bosch-Vertragswerkstatt in der Südstadt angefangen. Kurzum: Aras Oskan, der in Langenhagen in einer festen Partnerschaft mit einer Deutschen lebt, ist rundum zufrieden. Da passt es auch, dass er seit 2017 seinen Führerschein in der Tasche und auch ein Auto hat. Denn: Der Arbeitsweg wird morgens doch etwas länger. Ein wenig vermissen werde er seine Arbeitskollgen schon, denn es habe immer eine gute Stimmung geherrscht. Aber zumindest Chefin Monika Beer wird er wohl öfter über den Weg laufen. Die beiden sind in der Freien Evangelischen Gemeinde Kaltenweide aktive Christen.