Er hört seinen Mitmenschen zu

Superintendent Holger Grünjes (links) geht zum Jahresende; sein Stellvertreter Rainer Müller-Jödicke übernimmt zunächst die Amtsgeschäfte. (Foto: O. Krebs)

Holger Grünjes geht nach acht Jahren als Superintendent in den Ruhestand

Langenhagen (ok). Für ihn ist es ein ganz normaler Vorgang. "Ich höre auf zu arbeiten, das machen andere doch auch." Und doch ist der Beruf von Holger Grünjes nicht gerade alltäglich. Seit 1. Januar 2014 ist der Geistliche Superintendent des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, jetezt geht der 65-Jährige zum Jahresende in den Ruhestand, wird am Sonntag, 12. Dezember, ab 15 Uhr vor geladenen Gästen in der Engelbosteler Martinskirche verabschiedet. Viele Weggefährten werden dem sympathischen Pastor, der Vorgesetzter von etwa 500 hauptamtlichen Mitarbeitern war, dann alles Gute für die Zukunft wünschen. Seinen Ruhestand wird der gebürtige Ostfriese Grünjes zusammen mit seiner Ehefrau im Stadtteil List in Hannover verbringen. Besonders der Jugendarbeit hat Holger Grünjes seinen Stempel aufgedrückt, ihr neue Strukturen gegeben. Zwei - also also Fünftel - der Vertreter im Kirchenkreisvorstand sind junge Leute. Das oberste Credo von Holger Grünjes ist das Miteinander und Füreinander eintreten für de Dienstgemeinschaft. Jeder kann sich bei ihm frei entfalten, einbringen und die Erfolge dann auch für sich verbuchen. Das Gegeneinander ist nichts für den studierten Theologen, der auf das "Sie" Wert gelegt hat und nichts von Kumpanei hält. Nach eigenen Worten hat er nicht geplant, zum Ende seiner beruflichen Laufbahn Superintendent zu werden. Im Gegenteil: Er war als Gemeindepastor in Groß-Buchholz sehr froh und hatte dort schon einige Spuren hinterlassen. Grünjes: "Du fällst ja nicht als Sup vom Himmel. Aber ich bin gefragt worden, und es ist ein Weg, den man geht." Und: "Man muss schon wissen, was man tut. "Die persönliche Ebene ist für Grünjes ganz wichtig, auch in Corona-Zeiten hätten sich die Kontakte bewährt. Ein Vermächtnis will er seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger nicht hinterlassen. Ab Sommer soll die Stelle neu besetzt sein. Dann hat Holger Grünjes schon lange das erste Weihnachtsfest seit langer Zeit ohne Predigt hinter sich. Müßiggang soll es für den Fußballfan und begeisterten Tennisspieler nach der Pensionierung nicht geben. Vielmehr freut er sich auch darauf, mal wieder in Ruhe ein Buch zu lesen oder mit seiner Frau ins Kino oder ins Theater zu gehen. Und eins wird auch weiterhin ein Wesensmerkmal sein, dass ihn schon als Superintendent ausgezeichnet hat: Er hört seinen Mitmenschen zu.