Er spricht ihre Sprache

Redete Kalrtext mit den Jungs und Mädchen: Fadi Saad.Foto: O. Krebs

Fadi Saad – vom Kleinkriminellen zum Streetworker

Langenhagen (ok). Es ist schon eine erstaunliche Karriere, die Fadi Saad hingelegt hat. Der 32-jährige Berliner, der sich selbst als „Deuraber“ (Deutsch-Araber) bezeichnet, ist heute als Streetworker in seiner Heimatstadt unterwegs. Der Autor des Erfolgsbuches „Der große Bruder von Neukölln“ hat aber auch die andere Seite auf dem Berliner Kiez kennen gelernt, war früher als Gang-Mitglied und Kleinkrimineller. Jetzt hat der zweifache Familienvater Schülerinnen und Schüler der Pestgalozzischule die vielfältigen Erfahrungen seines Lebens nähergebracht, ist bei ihnen besonders gut angekommen, weil er eben ihre Sprache spricht. Saad ging auf die Probleme der verschiedenen ethnischen Abstammungen und Religionsgemeinschaften untereinander ein, machte deutlich, dass es keine Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit geben darf. Ganz schlimm seien Deutsche, die „einen auf Ausländer machten“. Respekt und Angst hingen oft zusammen, und auf dem Kiez gelte das Gesetz: „Wer lauter schreit, hat Recht“. Hart ins Gericht ging Fadi Saad aber auch mit der deutschen Justiz, die seiner Meinung nach oft zu lasch agiere und selbst im „Knast“ viele Vorzüge gewähre, die es in anderen Ländern nicht gebe. Vorteile, von denen auch er profitiert habe.
Den Schülerinnen und Schülern brachte er auf amüsante Art und Weise näher, machte ihnen deutlich, wohin ihn seine frühere Einstellung fast gebracht hätte. Aber Saad hst die Kurve ja noch gekriegt, lebt heute grundsolide und gibt seine Erfahrungen an die Jugendlichen weiter. Prügeleien und Gewalttaten gehören der Vergangenheit an.