Er will als Kapitän auf der Brücke sein

Tritt an, um den Kampf ums Rathaus zu gewinnen: Andreas Eilers. (Foto: O.Krebs)

Andreas Eilers (WAL) kämpft um den Chefsessel im Langenhagener Rathaus

Langenhagen (ok). Er will Amtsinhaber Mirko Heuer in die Stichwahl zwingen und letztendlich auch der neue Bürgermeister der Flughafenstadt werden. Denn Andreas Eilers, der für die WAL seinen Hut in den Ring wirft, ist felsenfest davon überzeugt, dass Langenhagen etwas Besseres verdient habe. Eilers ist der Ansicht, dass Heuer zwar viel und auch gut repräsentiere, dadurch aber seinen
Job im Rathaus vernachlässige. Eilers: "Schöne Bilder erledigen keine Arbeit!" Am meisten kreidet Andreas Eilers dem Verwaltungschef an, dass er den wichtigen Job eines Kämmerers nicht wahrnehme. Entweder die Aufgabe selbst übernehme oder sogar jemanden einstelle. Der Investitionsschuldenstand läge schon bei satten 650 Millionen Euro, wenn es so weitergehe, sei die Kommune ab 2024/25 zahlungsunfähig. "Der Verantwortliche für den Haushalt muss die klare Ansage machen, dass wir uns das nicht mehr leisten können. Und er muss sich als Kämmerer auch vor seine Finanzabteilung stellen." Politische Wünsche müssten gebremst werden, Ehrlichkeit und Transparenz seien Ehrensache. So, wie es derzeit laufe, könne es einfach nicht mehr weitergehen, es müsse Haushaltswahrheit und auch mehr Informationsfluss geben. So schiebe die Stadt einen Schattenhaushalt von 50 Millionen Euro vor sich her, der Jahr für Jahr zweckentfremdet und die Mittel für nicht geplante Invests eingesetzt würden. Alx Beispiele nennt Eilers Graffiti in der  neuen Sporthalle oder einen film über die Sanierungsgebiet. Heuer komme ihm vor, wie ein Kapitän auf einem Kreuzfahrtschiff, der sich vorwiegend im Maschinenraum und in der Messe, aber eben nicht auf der Brücke aufhalte. Aber da gehöre er hin. Er selbst habe eine andere Führungskultur, wolle mit Fleiß auch ein Vorbild sein. Berufssoldat Andreas Eilers: "Das Ziel muss klar definiert werden und kann dann im Rahmen der Erlasse und Vorschriften mit eigenem Gestaltungsspielraum erreicht werden." 2017 hat Andreas Eilers den Versuch gestartet, in den Landtag einzuziehen, dabei immerhin 400 Stimmen als politischer Newcomer geholt. Dabei sei es nicht unbedingt sein Ziel gewesen, in den Landtag zu kommen. Vielmehr habe er Andere motivieren wollen, sich politisch engagieren. Sein Interesse für Politik ist übrigens als Vorsitzender des Schulelternrates geweckt worden, seit 2016 ist er im Rat der Stadt Langenhagen und auch als zweiter stellvertretender Ortsbürgermeister im Kaltenweider Ortsrat. "Als ein Lokalpolitiker zu mir gesagt hat, mit einem einzelnen Bürger unterhalte ich mich gar nicht, musste ich einfach kandidieren", sagt der 50-jährige Familienvater, der 2008 aus Hannover ins Weiherfeld gezogen war, schmunzelnd. Das Thema Bildung und Inklusion liegt ihm heute noch am Herzen. Er spricht sich komplett gegen Rathausum- und anbau aus, in Zukunft müsse alles eine Nummer kleiner ausfallen. Eilers: "Es ist ein Wahnsinn, dass wir jetzt in Brandschutz für 1,3 Millionen Euro investieren, und ihn in vielleicht drei Jahren wieder abreißen." Er befürchtet, dass jetzt allerdings schon alles in trockenen Tüchern ist. Sollte das nicht der Fall sein, würde er das Projekt als Bürgermeister aber sofort stoppen. Und als Vorsitzender des Bürgerforums Pro Airport ist es für ihn selbstverständlich, sich gegen ein Nachtflugverbot auszusprechen. Sollte er ans Ruder kommen, gebe es kein Mikromanagement wie bei Mirko Heuer mehr. Andreas Eilers: "Wir müssen uns erst einmal um die großen Aufgaben kümmern, das ist eminent wichtig. Ich werde als Bürgermeister aber natürlich alles anpacken."