Ernst Müller ist jetzt Ehrenbürger

Halten die Ehrenbürgerurkunde der Stadt Langenhagen gemeinsam in den Händen: Musikdirektor Ernst Müller (von links), Ratsvorsitzender Andreas Friedrich, Laudator Joachim Czwalinna und Bürgermeister Mirko Heuer. (Foto: K. Raap)
 
Seit vielen Jahren enge Freunde von Ernst Müller und Stammgäste vieler seiner Konzerte: Herbert Schmalstieg (von links), Heidi Merk, Dietmar Althof und Michael Dammann. (Foto: K. Raap)

Stimmungsvolle Feierstunde im Langenhagener Rathaus

Langenhagen (kr). Mit dem wunderschönen Lied von Franz Lehár „Freunde, das Leben ist lebenswert“, sorgte Kammersänger Hans Dieter Bader, begleitet von Siegfried Schick am Flügel, am vergangenen Freitag im Ratssaal für den eindrucksvollen Auftakt einer ganz besonderen Feierstunde: Musikdirektor Ernst Müller wurden die Ehrenbürgerrechte der Stadt Langenhagen verliehen. Bürgermeister Mirko Heuer unterstrich, dass der Titel des Musikstücks ein passendes Motto für diese Veranstaltung sei. Er betonte, dass die Entscheidung des Rats mit einer bisher kaum dagewesenen Einmütigkeit gefallen sei. So hieß es in der Begründung: „Ernst Müller kann auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurückblicken. Schließlich ist der Niedersachse aus Langenhagen, der mehr als 60 Jahre die unterschiedlichsten Orchester leitete, 41 Tonträger veröffentliche und über 50 Konzertreisen ins Ausland rund um den Erdball durchführte, eine Langenhagener Institution unserer Stadt. Er hat der Welt gezeigt, wo eigentlich dieses Langenhagen liegt.“ Sein Schaffen wurde mit einer Fülle von Ehrungen bedacht. So erhielt er unter anderem das Niedersächsische- und das Bundesverdienstkreuz, die höchste Medaille der AWO, die Ehrennadel des Welfenhauses, die Ehrenmitgliedschaft im Verband hannoverscher Schützenvereine, die Ehrennadel in Gold des deutschen Feuerwehrverbands. Und er bekam bereits am 7. März 1989 eine weitere besondere Ehrung, als er sich in das Goldene Buch der Stadt Langenhagen eintrug..Gewürdigt wurden dabei seine Verdienste als Gründer und Dirigent des Blasorchesters der Stadt Langenhagen sowie dessen 40jährigen Jubiläums. Sein soziales Engagement mit unzähligen Benefizkonzerten für die AWO und die Weihnachtshilfe der HAZ ist legendär.
„Ich habe mich sehr gefreut, dass Dein Lebenswerk nach nun 63 Jahren Dirigat auf den Punkt gebracht wird – nämlich mit der Ehrenbürgerwürde Deiner Heimatstadt Langenhagen.“ Das betonte in seiner Laudatio Joachim Czwalinna direkt an Ernst Müller gewandt. Den Musikdirektor habe er als Klarinettist jahrelang begleitet im Jugendblasorchester Hannover, im städtischen Musikkorps Hannover, im Blasorchester Langenhagen, im Hausorchester des Prinzen von Hannover, bei den Langenhagener Symphoniker, im Orchester der Volkswagen AG. Und auf vielen Reisen. Müllers Talent zum Dirigieren habe der berühmte Komponist Paul Hindemith schon zu Hochschulzeiten erkannt. Nicht ohne Grund nannte man Müller den „Karajan der Blasmusik“. Und nicht ohne Grund habe der Deutsche Musikrat, so Czwalinna, nach penibler musikalischer Prüfung vor allem das Langenhagener Blasorchester für die vielen Auslandstourneen immer wieder in sein Förderprogramm aufgenommen. Wichtig gewesen sei sein musikalisches Wirken in Hannover, auch um über Kommunal-, Landes- und Bundespolitik neue Wege für sich und seine Musiker zu erschließen und sein persönliches Profil zu schärfen. Dass er mit Politikern wie Kohl, Hasselmann, Franke und Schröder auf Augenhöhe diskutieren konnte und er in Sachen Blasmusik immer erste Wahl war, kam nicht von ungefähr. Bekannt und äußerst erfolgreich sei auch sein Schaffen im Niedersächsischen Schützenwesen. Abschließend meinte der Laudator: „Ich drücke den Wunsch aller aus, wenn ich sage: Dirigiere weiter – aber gehorche deinem Körper.“ In der Feierstunde wurde Ernst Müller auch von einem hervorragenden Bläser-Quartett aus dem eigenen Orchester überrascht. Viel Beifall dann für Hans Dieter Bader, wieder begleitet von Siegfried Schick, mit einer seiner stimmgewaltigen Interpretation von „My Way“.
Standing Ovations, als Ratsvorsitzender Andreas Friedrich vor 50 geladenen Gästen dem Musikdirektor die gerahmte Urkunde und den Ehrenring überreichte. Anschließend feierte Ernst Müller im umdekorierten Ratssaal mit der Familie, mit vielen engen Freunden, mit einigen Ratsherren, mit Ehrenbürgerin Waltraud Krückeberg und mit lieben Freunden aus der Landeshauptstadt. Am Sonntag, begingen Ernst und Marlies Müller gemeinsam ihren „160.“, beide waren innerhalb von zwei Tagen 80 geworden, in der Schlossküche Herrenhausen beim alten Freund Dietmar Althof, früher 25 Jahre Direktor des Mövenpicks. Zu Gast auch Herbert Schmalstieg, 34 Jahre lang Oberbürgermeister von Hannover mit Ehefrau Heidi Merk. Stimmung kam auf, als der Altbürgermeister Ernst Müller das Du anbot und das nach 50jähriger Freundschaft. Natürlich nahm Müller das sehr gerne an. Das Ehepaar Schmalstieg sowie Dietmar Althof und Lebensgefährte Michael Dammann, waren auch beim großen Tag des Musikdirektors in Langenhagen dabei gewesen.