Ernst Müller wird Ehrenbürger

Ein unvergessliches Ereignis für den oft geehrten Ernst Müller am 21. August 1998: Niedersachsens Wirtschaftsminister Peter Fischer dekoriert den Musikdirektor mit dem Bundesverdienstkreuz. (Foto: K. Raap)

Lob für "den besten Botschafter in Sachen Öffentlichkeitsarbeit"

Langenhagen (kr). Das hatte schon einen gewissen Seltenheitswert im Rat der Stadt Langenhagen bei einem von allen Fraktionen und Gruppen gemeinsam eingereichten Antrag: Denn auf der letzten Sitzung waren sich alle Ratsmitglieder einig, Ernst Müller die Ehrenbürgerrechte zu verleihen. In seiner für alle Parteien geltenden Laudatio ließ SPD-Fraktionschef Marc Köhler keinen Zweifel daran, dass Ernst Müller der beste Botschafter in Sachen Öffentlichkeitsarbeit in der Geschichte Langenhagens war, ein exzellenter Werbeträger für die Flughafenstadt. Seit Jahrzehnten gilt Musikdirektor Ernst Müller als glänzender Vertreter deutscher Blasmusik. Als er nach der Gründung des Blasorchesters der Stadt Langenhagen im Jahr 1958 als 18-jähriger die Leitung übernahm, war das der Startschuss für eine sensationelle Entwicklung dieser Formation. Mit seinem immensen pädagogischen Geschick, seiner zielstrebigen und abwechslungsreichen Probenarbeit und seinem Gespür für die richtige Programmwahl machte Ernst Müller aus dem Orchester einen Klangkörper internationalen Formats. Die erste Auslandsreise nach Frankreich endete gleich mit einem tollen Sieg beim Kapellenwettstreit in Le Mans. Es folgten weitere für die Musiker unvergessliche 50 Konzertreisen in alle Kontinente der Welt.
Natürlich lagen Müllers Wurzeln in Langenhagen. Mit unzähligen Konzerten begeisterte er seine vielen Fans. In der Musik für das Schützenwesen der Stadt war er so etwas wie ein „Trendsetter“. Das bezog sich auch auf das größte Schützenfest der Welt in Hannover. Einen besonderen Kontakt hatte er früh mit der Arbeiterwohlfahrt. Für den Bezirk Hannover engagierte er sich bei 27 Großkonzerten im Kuppelsaal Hannover. 15 Konzerte absolvierte er in Langenhagen und Burgdorf für die AWO-Region. Darüber hinaus zeigte er enorme Tatkraft bei Konzerten für die HAZ-Weihnachtshilfe. Ernst Müller kann stolz sein auf eine Fülle hochkarätiger Ehrungen: So erhielt er den Niedersächsischer Verdienstorden am Bande, das Kreuz in Gold der österreichischen Feuerwehr, die Marie-Juchacz-Medaille, die bundesweit höchste Auszeichnung der Arbeiterwohlfahrt, die Ehrennadel in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes, die Ehrennadel des Welfenhauses, den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Langenhagen, das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, die Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover, die Ehrenmitgliedschaft im Verband hannoverscher Schützenvereine und den jährlich einmal für eine besondere Persönlichkeit vergebenen Cord-Borgentrick-Stein. Ernst Müller gründete unter anderem auch die Langenhagener Symponiker und bereits vor 50 Jahren das Hausorchester seiner königlichen Hoheit des Prinzen von Hannover. Und eine weitere musikalische hervorragende Leistung: Ernst Müller leitete 24 Jahre lang das große Streichorchester der Volkswagen AG in Wolfsburg und auch das Blasorchester und die Big Band des Unternehmens. Auch führte er einige Jahre das Jugendblasorchester Hannover.
Nicht nur Ernst Müller beurteilte das Auftreten seiner Musiker im Ausland. Das übernahmen vor allem auch die kritischen Vertreter der internationalen Botschaften, die immer wieder voll des Lobs über die Langenhagener Gäste waren. Restlos überzeugte Augen- und Ohrenzeugen gab es auch aus der eigenen Stadt. Denn mit dem Orchester auf Reisen waren neben einigen Journalisten unter anderem auch die Kommunalpolitiker Walter Bettges, Karl-Heinz Brandt, Klaus Rosenzweig, Bertha Schneider, Georg Volz, Gerd Vaupel , Dietrich Jensch und Erwin Klaus. Am 23. Februar feiert Ernst Müller seinen 80. Geburtstag , einen Tag später Ehefrau Marlies dasselbe Ereignis. Zuvor, nämlich am Freitag 22. Februar, werden dem Musikdirektor im Langenhagener Ratssaal die Ehrenbürgerrechte verliehen. Bereits am Dienstag, 29. Januar, läuft das letzte Großkonzert von Ernst Müller: Unter dem Motto „60 Jahre Musik für das Niedersächsische Schützenwesen“ präsentiert der Musikdirektor im Theater am Aegi wieder ein äußerst abwechslungsreiches Programm. Ernst Müller ist der 15. Ehrenbürger der Stadt Langenhagen und der erste Musiker mit dieser hohen Auszeichnung

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Ein unvergessliches Ereignis für den oft geehrten Ernst Müller am 21. August 1998: Niedersachsens Wirtschaftsminister Peter Fischer dekoriert den Musikdirektor mit dem Bundesverdienstkreuz. Archiv-Foto: K.Raap