Erst einmal bleiben sie hängen

Was passiert mit den Afra-Gamoori-Plakaten? Im Verwaltungsausschuss am Montag soll eine Entscheidung fallen. (Foto: O. Krebs)

Irritationen über SPD-Plakate mit Afra Gamooris Porträt

Langenhagen (ok). Auf Veranstaltungen kann Afra Gamoori, Bürgermeisterkandidatin der SPD in Langenhagen, wegen der Corona-Pandemie zwar nicht präsent sein, aber auf Plakaten ist die junge Frau schon ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl in der Stadt zu sehen.  Nach Auskunft Tim Julian Wooks, Vorsitzender des Ortsvereins, liegt eine Genehmigung der Stadtverwaltung vor - vier Wochen lang dürfen die Sozialdemokraten nach Auskunft Wooks auf 25 Plakaten mit dem maskenverhüllten Gesicht Gamooris werben, auf dem sie für einen kostenlosen Fahrservice zum Impfzentrum wirbt. Kosten bei der Stadtverwaltung seien dafür nicht angefallen. Im sozialen Netzwerk Facebook musste die SPD jede Menge Kritik einstecken, weil sie die eigentlich Frist, Wahlplakate frühestens zwei Monate vor dem Wahltermin aufzuhängen klar unterschritten habe. Zudem seien es die Sozialdemokraten gewesen, die im Rat der Stadt 2016 gefordert hätten, die Plakatierungswut deutlich einzudämmen. Die BBL forderte, dass die Plakate umgehend abgehängt werden, Afra Gamoori werbe für keine Veranstaltung, die ein so genanntes Sondernutzungsrecht zulasse. Wegen dieses Shitstorms habe der zuständige Fachbereichsleiter in Sachen Ordnung, Boris Ehrhardt, Tim Julian Wook gebeten, die Plakate wieder abzuhängen. Wook habe seine mündliche Zusage gegeben, die auch aus einer E-Mail Ehrhardts vom Mittwoch an einen Beschwerdeführer hervorgeht. Darin steht: "Die SPD hat keine Kapazitäten die Plakate noch am heutigen Tage zu entfernen. Sie werden dies jedoch im Laufe des morgigen Tages erledigen." Später habe Wook allerdings seine mündliche Zusage zurückgezogen und wolle jetzt doch auf die schriftliche Entscheidung der Verwaltung warten. Tim Julian Wook stellt den Sachverhalt allerdings anders dar. Er habe Ehrhardt gesagt, dass er sich vorstellen könne, die Plakate am Wochenende abzuhängen, das Ganze aber erst einmal intern klären wolle. Letztendlich könne er als Vorsitzender nicht allein entscheiden. 20 Minuten später habe er Boris Ehrhardt mitgeteilt, dass die Plakate bis zu einer endgültigen Entscheidung erst einmal hängen bleiben. Ehrhardt hat nach eigenen Angaben aus diesem Vorgang gelernt. Bei zukünftigen Genehmigungen müssen die Antragsteller die Plakate vorlegen. Letzter Sachstand: Bürgermeister Mirko Heuer hat entschieden, die Genehmigung zunächst nicht zu widerrufen. Vielmehr will er am Montag mit den Parteien im Verwaltungsausschuss über diese Aktion diskutieren. Das ECHO bleibt an dem Thema dran.