Erste konkrete Ideen gesammelt

Eifrig wurde im Rathaus über die Aktivitäten zum 700-jährigen Jubiläum diskutiert. Foto: E. A. Nebig
 
Frauke Wegner und Matthias Spiehl stellten die Vorschläge vor.Foto: O. Krebs

700 Jahre Langenhagen soll würdig begangen werden

Langenhagen (ne). Im vergangenen Jahr wurde in Langenhagen der 50. Jahrestag der Stadtwerdung mit einigen Veranstaltungen gewürdigt. Im kommenden Jahr soll nun der ersten urkundlichen Erwähnung vor 700 Jahren mit großer Bürgerbeteiligung gedacht werden. Deshalb hatten Rat und Verwaltung am vergangenen Montag zu einem Treffen „Runder Tisch, 700 Jahre Langenhagen“ Vereine, Verbände und Einzelpersonen in das Rathaus eingeladen, um Ideen zusammenzutragen. Doch Langenhagens Geschichte ist wesentlich älter! Sie wurde von einer, vom späteren ehrenamtlichen Stadtarchivar Walther Bode geleiteten VHS-Arbeitsgruppe „Stadtgeschichte“ ab Mitte der 60er Jahre erforscht. Diese setzte sich überwiegend aus Mitgliedern des heutigen Bürger- und Heimatverein zusammen. Bis dahin war über die Historie kaum etwas bekannt. Aus dieser Gruppe entwickelte sich das heute hauptamtlich geführte Stadtarchiv als gesetzliche Pflichtaufgabe der Verwaltung. Bei den Forschungen stieß man auf die bisher älteste bekannte Urkunde, die in Latein verfasst, aufgrund der Ortsangabe „nova indago“ (neuer Hagen), auf die Gründung von Langenha- gen als Nienhagen schließen lässt. Sie datiert vom 13. Februar 1312. Namhafte Historiker setzten aber Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Gründung der heutigen Stadt als Hagenhufensiedlung im Lauenwald durch das Grafengeschlecht derer von Roden bereits um 1100 an. Sei es wie es sei, die Langenhagener wollen das 700-jährige Bestehen von Langenhagen würdig gestalten, um das Image der Stadt zu verbessern. Deshalb folgten viele Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden der Einladung von Rat, und Bürgermeister zu einem Runden Tisch im Ratssaal. In dem waren nur wenige Plätze frei, als nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Friedhelm Fischer die Mitarbeiter des Bürgermeisterbüros, Matthias Spiehl und Frauke Wegner, unterstützt vom Referenten Roman Sickau, Ideen vortragen ließen. Dazu wurden Zielgruppen festgelegt. Es kam vieles zusammen men, was nun koordiniert werden muss. Es werde auf jeden Fall eine festliche Ratssitzung sowie einen Stadtempfang geben, wurde mitgeteilt. Ebenso ist an einen Bürgerball und ein Stadtfest und natürlich an ein großes Schützenfest gedacht. Der Vorstand des Bürger- und Heimatverein war schon im Vorfeld des Treffens im Bürgermeisterbüro vorstellig geworden und hatte Ideen vorgetragen. Er knüpfte damit an seine bisherigen, zahlreichen Aktivitäten an, wie zum Beispiel der Stiftung der Geschichtsstele an der Walsroder Straße und die Einrichtung des Platzes der Ehrenamtlichen an der Kastanienallee 10. Nun soll eine Ausstellung zum Thema „Von der Hagenhufen-Siedlung zum Amt Langenhagen und vom Dorf zur Stadt“ folgen, die zur Zeit erarbeitet wird. Da der Kulturring unter Leitung von Gerda Negraßus 2012 vom 10. bis 16. Septem ber das 10. Kulturfestival ausrichtet, wollen die Langenhagener Chöre sich am 15. September zu einem großen Chortreffen zu- sammenfinden, und der Bürger- und Heimatverein wird in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund Niedersachsen und interessierten Langenhagener Vereinen als Finale ein Heimatfest im Eichenpark organisieren. Der Regionsentdeckertag soll mit in den Veranstaltungsreigen einbezogen werden. Das Stadtarchiv holt die ANKA - die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Niedersächsischen Kommunalarchivare - 2012 nach Langenhagen und der Bürger- und Heimatverein den Bundesdelegier- tentag des Verbandes der Deutschen Bürgervereine (VDB). Günter Sachs hatte einen sehr schönen Vorschlag; er möchte einen von der Stadt finanzierten reinen Familientag organisieren, bei dem Eltern und Kinder sorglos einen schönen Tag ohne Kosten erleben können. Dazu seien ungefähr 5.500 Euro zur Finanzierung notwendig, erläuterte er. Auch die Kirchen möchten im Sinne der Ökumene mitmachen, sagte Pfarrer Tischler. Die Projekte Frauenort und Pferdestärken sowie Aktivitäten der Ortschaften, waren ebenfalls Bestandteile der sehr guten Vorschläge aus dem Plenum, die hier nicht alle wiedergegeben werden können. Jetzt müssen die Ideen durchdacht und zusammengefügt werden, das soll in einer weiteren Zusammenkunft geschehen. Als Ziele wurden unter anderem bereits festgelegt: Langenhagen bekannter machen, das Image verbessern, die Identität fördern, Kenntnisse über Langenhagen und Traditionen vermitteln, das Weiherfeld sowie ausländische Mitbürger mit einbeziehen und Freude vermitteln. Also dann ran und anpacken, es gibt für 2012 viel zu tun. Das Ehrenamt ist gefragt, und die Stadt will Mittel bereitstellen. Bleibt nur zu hoffen, dass alles parteipolitisch neutral bleibt, denn der kommunale Wahlkampf hat bereits begonnen.