Es bleiben lediglich drei Minuten

Der vom Feuer bedrohte Hotelgast wird mit Hife der Drehleiter in Sicherheit gebracht.Foto: D. Lange

Evakuierung: Feuerwehrprobt den Ernstfall im Maritim Airport Hotel

Langenhagen (dl) An der gläsernen Fassade des Maritim Airport Hotels steht ein Fenster offen, ein Mann ruft um Hilfe, und aus dem Zimmer hinter ihm dringt dunkler Rauch. Drinnen schlängeln sich lange Schlauchleitungen über den Hotelflur und Feuerwehrleute in voller Ausrüstung, deren heiserer Atem und gedämpfte Stimmen unter der Atemschutzmaske zu hören sind, arbeiten sich konzentriert und zielstrebig von Zimmer zu Zimmer, um nach weiteren Brandherden und vom Rauch eingeschlossenen Hotelgästen zu suchen. Die evakuierten Hotelgäste werden nach unten in die Lobby geleitet und in Sicherheit gebracht. Parallel dazu erfolgt von außen die Brandbekämpfung über die Drehleiter, nachdem der vom Feuer unmittelbar bedrohte Hotelgast ebenfalls über diesen Weg geborgen wurde. Dieses nachgestellte Szenario bildete die Ausgangslage der jüngsten Feuerwehr-Einsatzübung im Maritim Hotel am Flughafen. Daran beteiligt waren die Ortsfeuerwehr Langenhagen, der Gebäudezug der Flughafenfeuerwehr und die Atemschutzüberwachung Krähenwinkel. Eine Evakuierung der echten Hotelgäste stand aus verständlichen Gründen nicht zur Debatte. Stattdessen wurden 42 Feuerwehrleute und deren Angehörige dafür als Statisten eingesetzt. Hintergrund der Übung ist eine umfangreiche Überarbeitung der hausinternen Brandschutzordnung. Diese regelt im wesentlichen mit seinen Alarm- und Notfallplänen die Abläufe im Falle eines Brandes. Künftig werden außerdem alle 240 Mitarbeiter einschließlich der 15 Auszubildenden des Hotels zu Brandschutz- und Evakuierungshelfern ausgebildet. Zu ihren Aufgaben gehört die Kenntnis der Flucht- und Rettungswege, die Bekämpfung von Kleinbränden und der Umgang mit Brandschutzeinrichtungen. Bei Feueralarm öffnen sie alle Zimmertüren auf der betroffenen Etage und beginnen mit der Evakuierung der Gäste. Für die Aktualisierung ihrer Brandschutzmaßnahmen hat das Maritimhotel am Flughafen einiges investiert. Neben der erweiterten Personalschulung wurde eine neue Brandmeldeanlage installiert und die Rauchmelder zugunsten eines besseren Wirkungsgrads neu positioniert. Bei 528 Zimmern keine Kleinigkeit. „Die Umsetzung der Rauchmelder birgt zwar die Gefahr von Fehlalarmen in sich, aber das war es uns wert“, sagt der Brandschutzbeauftragte des Hotels, Klaas Voges. Der Ablaufplan sieht vor, dass der Alarm eines Rauchmelders innerhalb von 30 Sekunden von der Rezeption quittiert werden muß. Daraufhin prüfen zwei Mitarbeiter die Lage vor Ort und geben eine Rückmeldung an die Rezeption, wofür sie genau drei Minuten Zeit haben. Bei einem Feuer lösen sie den nächstgelegenen Handdruckmelder aus, der automatisch die Leitstelle alarmiert und informieren die Rezeption, die ihrerseits einen Notruf absetzt und das Feuer bestätigen. Daraufhin wird die Ortsfeuerwehr Langenhagen und der Gebäudebrandschutzzug der Flughafenwehr alarmiert. Letzterer brauchte aufgrund kürzerer Anfahrtswege lediglich fünf Minuten bis zum Hotel, die Langenhagener Wehr war nach 14 Minuten vor Ort.