"Es geht nicht um Präsentationsmappen"

Die Langenhagener Schulleiter wollen an einem Strang ziehen (von links): Joachim Kirschning, Gabriela Kasten, Gabriele Podlass, Stefanie Haller, Andrea Engelhardt, Thomas John, Rosmarie Beckmann und Irene Kretschmer.Foto: G. Gosewisch

Langenhagener Schulleiter lehnen Stellungnahmen ab

Langenhagen (gg). Eine Prognose bis zum Jahr 2023/24 zeigt sinkende Schülerzahlen auf; die Langenhagener Schulen sollten aus diesem Grunde Stellung in Sachen Schulraumbedarfsplanung nehmen, die wesentlichen Besonderheiten der jeweiligen Schule und das pädagogische Profil darstellen. Hintergrund sind mögliche Szenarien, die im Raum stehen: die Zusammenlegung der Grundschulen Engelbostel und Godshorn, die Schließung der Grundschule Krähenwinkel und die Bildung eines gemeinsamen Schulzentrums von Brinker Schule und Robert-Koch-Schule als zusammengefasste Haupt- und Realschule. In der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses teilten die Schulleiter nun mit, dass sie diese Stellungnahmen nicht abgeben werden. Thomas John, Leiter der Brinker Schule sagte als Sprecher: „Wir verzichten auf eine Einzelpräsentation der Schulen, denn die Anfrage zur Schulraumplanung kann nur in Kooperation beantwortet werden.“ Bewährt und gute Praxis sei schon seit Jahren, dass die Langenhagener Schulleiter regelmäßig zu Beratungen zusammenkommen. Die Frage der Schulstandorte könne nicht entschieden werden, in dem ein Präsentationswettbewerb eröffnet werde. „Es geht nicht um die Qualität von Präsentationsmappen, sondern um eine vernünftige Lösung im Einvernehmen“, sagt John. Deshalb sollen auch Politik und Verwaltung mit am Tisch sitzen. Zudem stehe die angekündigte Schulgesetznovelle noch aus, so John. Es seien insbesondere Regelungen zur so genannten Inklusion enthalten, die eine Struktur für sonderpädagogische Maßnahmen in Grundschulen bilde. Das werde Auswirkung auf die Gesamtschülerzahlen haben. Aufgeschlossen sei man für neue Ausrichtungen, das erklärte auch Stefanie Haller, die sich als neue Schulleiterin der Grundschule Engelbostel dem Bildungsausschuss vorstellte. Die Schulen gingen das Thema Umwandlung zur Ganztagsschule bereits über Fortbildungen an. Klare Bekenntnisse zu den Schulstandorten gab es im Bildungsausschuss von SPD- und CDU-Fraktion, die sich beide ausdrücklich für den Erhalt der Grundschulen in den Ortsteilen aussprachen. Alles Weitere werden fraktionsintern beraten.
Das gelte auch für die von der Verwaltung vorgestellten Gesamtkosten der Stadtbibliothek und der VHS. Hier gebe es zwar keine sinkenden Nutzerzahlen, doch die Kostenstrukturen wurden dennoch kritisch hinterfragt. So betragen die Gesamtkosten der Bibliothek rund 737.000 Euro. Es gibt 6.171 Nutzer, so dass sich ein Betrag von rund 119 Euro ergibt, die eine Leserin oder ein Leser die Stadtkasse pro Jahr kostet.