„Es geht um die Existenzfrage der Stadt“

Die Investitionen in Sachen Rathaus sollen wie geplant über die Bühne gehen. (Foto: O. Krebs)

Rathausanbau und sanierung: Ratsmehrheit lehnt Verschiebung ab

Langenhagen (ok). Es ist eine Menge Holz, das die Stadt Langenhagen in den nächsten Jahren vor der Brust hat. Genau genommen 600 Millionen Euro. Jede Menge Investitionen stehen an. Grünen-Fraktionsvoritzender Dirk Musfeldt machte in der jüngsten Sitzung des Rates der Stadt Langenhagen deutlich, warum für Anbau und Sanierung des Rathauses aus Sicht seiner Partei kein Geld mehr übrig sei. So werde der Neubau des Gymnasiums vermutlich 94 statt ursprünglich veranschlagter 79 Milionen Euro kosten; die IGS Langenhagen 92 statt 82 Millionen Euro kosten, sogar 129 Millionen Euro seien möglich. Musfeldt: „Das sind mindestens zehn bis 45 Millionen Euro, wenn nicht sogar 25 bis 60 Millionen Euro an Mehrkosten.“ In der Summe könne sich die Stadt das nicht leisten, auch wenn Langenhagen eine hohe Steuerkraft vorweisen könne. Und das habe nichts mit der Corona-Krise zu tun. Es gehe um die Existenzfrage der Stadt Langenhagen, die sonst durchaus mit Vollgas gegen die Wand fahren könne. Marc Köhler, Fraktionschef der SPD, dagegen sieht in jüngster Zeit nur Anträge der BBL und der Grünen, um das Projekt zur verschieben. Nur: „Getretener Quark wird breit, nicht stark“, sagt der Sozialdemokrat. Eine Verschiebung habe selten zu Einsparungen geführt; 2013 hätte das Geld bei zügiger Planung eingespart werden. Jetzt sei es zu spät. Jens Mommsen (BBL) fiel zu den Ausführungen Köhlers nur: „Setzen, sechs!“ ein. Es gehe um die Zukunft der Kinder und er frage sich,wie die gesamten Projekte bezahlt werden sollen. Mommsen: „Wenn wir es uns nicht leisten können, können wir es uns nicht leisten. Alle Fakten sprechen dafür, das Projekt auf Eis zu legen, gerade wegen Tendenzen an vielen Stellen, auf Home-Office umzustellen.“ So müsse er fast von Vorsatz ausgehen. Während Reinhard Grabowsky (CDU) sich dafür ausspricht, die Ergebnisse eines Wettbewerbs zielgerichtet umzusetzen, appellierte Andreas Eilers (WAL) an das Verantwortungsbewusstsein von Grünen und BBL und riet trotz der bevorstehenden Kommunalwahl zu unpopulären Entscheidungen. Die exorbitanten Steuererhöhungen würden die Stadt nicht retten. Auch Joachim Balk (FDP) sprach sich vor dem Hintergrund eines freiwilligen Haushaltssicherungskonzeptes für eine Zurückstellung des Millionen-Projektes aus. Die Stadtverwaltung dagegen sieht das Ganze als notwendig an, um die Rathausmitarbeiter wieder an einem Ort zusammenzuführen und die teuren Mieten zu sparen. Mit neun zu 21 Stimmen sprach sich der Rat der Stadt Langenhagen letztendlich mehrheitlich gegen eine Verschiebung aus.