„Es gibt eine Suchbewegung“

Cornelia Rundt sprach zum Thema Inklusion. (Foto: G. Gosewisch)

Sozialministerin Cornelia Rundt erklärte Inklusion

Langenhagen (gg). Auf Einladung von Marco Brunotte, Ratsherr und Landtagsabgeordneter, war die Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt zu Gast im GBA-Versammlungsraum, um neben Wahlkampfunterstützung auch zum Thema Inklusion Auskunft zu geben. Als „dicht an der Praxis“ begrüßte Bürgermeister Friedhelm Fischer die Ministerin am Standort, betonte die gute Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit der GBA (Gemeinnützige Gesellschaft für Behindertenarbeit mbH). Hinweise auf die finanziellen Herausforderungen, die mit der Umsetzung der Inklusion (Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft) einhergehen, sieht Fischer schon beim Blick auf den benachbarten Spielplatz Wiesenau-Mitte. Dessen Sanierung, behindertengerecht und barrierefrei, ist fast abgeschlossen und wurde wegen dieses Merkmals mit einem höheren Baubudget als üblich ausgestattet. Verwaltungsintern überprüft wurde in Langenhagen mit Gründlichkeit im vergangenen Jahr, inwieweit Schulen umgebaut werden können. Rampen für Rollstuhlfahrer oder Schallschutz in Klassenräumen für Hörgeschädigte wurden teilweise realisiert. Vielfältig sind aber die Behinderungsformen, wünschenswert sind Lösungen auch für Blinde, geistig Behinderte und viele weitere Handicaps. „Größere Maßnahmen sind finanziell nicht möglich“, erklärte Fischer. „Wir beobachten eine Suchbewegung der Eltern nach der richtigen Schule für ihre behinderten Kinder“, erklärte die Ministerin und beschrieb ihre derzeitigen Anstrengungen, Systeme neu zu verknüpfen. So möchte sie Fachspezialisten aus Spezialeinrichtungen gewinnen, die, statt vieler sonst nötiger Integrationshelfer, die Behinderten im selbstbestimmten Leben begleiten. Der Bereich Bildung sei nur eine Facette, die die Inklusion als Aufgabe aufwerfe. Rundt verwies auf den Aktionsplan der Landesregierung. Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung beziehe sich auf alle Lebensbereiche wie Mobilität, Arbeit, Wohnen, Kultur oder Sport. In Aussicht stellte die Ministerin das Bundesteilhabegesetz, dass in Berlin in Arbeit sei. Fünf Milliarden aus dem Bundeshaushalt sollen damit an die Kommunen für Inklusions-Maßnahmen verteilt werden.