„Es gibt kein richtig oder falsch“

Haben das Für und Wider gegeneinander abgewogen: Sarina Böker (von links), Lea Karahamza,Vivien Pudwell und Chirin Lachkham. (Foto: O. Krebs)

IGS-Abiturientinnen klärten Mitschüler in Sachen Organspende auf

Langenhagen (ok). Wann hört das Leben auf und wann fängt der Tod an? Eine ethische Frage, die beim Thema Organspende von ganz zentraler Bedeutung ist. Die IGS-Abiturientinnen Lea Karahamza, Vivien Pudwell, Sarina Böker und Chirin Lachkham haben sich bei einer Projektarbeit mit dem Für und Wider des Organspendens auseinandergesetzt. Aber eines vorweg: Jeder – egal, ob Gegner oder Befürworter – sollte einen Organspendeausweis dabei haben. „So wird den Ärzten oder auch Angehörigen in der Trauerphase die Entscheidung abgenommen“, sagt Vivien Pudwell. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Organe oder Gewebe nach dem Tod entnommen werden können. Entweder vollständig, teilweise oder eine andere Person kann die Entscheidung treffen. Oder aber eine Entnahme wird abgelehnt. „Es gibt kein richtig oder falsch“, macht das Quartett deutlich. Ethische und moralische Aspekte müssten gegenüber medizinischen Gesichtspunkten abgewogen werden. Und die Vier machten auch deutlich, dass ein neues Gesetz in der Diskussion, das in anderen Ländern schon gelte. Wer nicht eindeutig ablehne, sei automatisch ein Spender. Eine Regelung, die beispielsweise auch in Spanien gelte. Dort liegt die Spenderquote bei 46,9 Prozent, in Deutschland dagegen nur bei 9,7 Prozent. Nach dem Transplantationsgesetz ist es möglich, ab dem vollendeten 16. Lebensjahr seine Bereitschaft zur Organspende zu erklären. Eine schwierige Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Denn: Hirn oder Herz? Was ist entscheidend, um den Tod definieren zu können. Die Gegner argumentieren zum Beispiel, dass eine hirntote Frau durchaus noch ein Kind austragen könne. Doch ist ein Leben an Maschinen überhaupt noch lebenswert und wer darf über den eigenen Körper entscheiden? Fragen, auf die jeder nur individuell Antworten finden kann. Die vier Schülerinnen haben jedenfalls gute Aufklärungsarbeit auf dem Weg dahin geleistet, nach einer Online-Umfrage fühlte sich die überwiegende Mehrzahl der Gesamtschüler nach der Veranstaltung gut informiert. Die meisten hatten sich schon im Vorfeld mit der schwierigen Thematik beschäftigt, etwa die Hälfte besitzt nach eigenen Angaben einen Organspendeausweis. Vielleicht hat die Zahl nach dem Anreiz, sich damit zu beschäftigen, noch zugenommen.