„Es ist ein extrem interessantes Hobby“

Eine Gruppe von Neu-Imkern versammelte sich um den Bienenstöcken.
 
Siegfried Neske mit einer Wabe voller Bienen.

160 Neu-Imker nahmen am Bienenkundlichen Grundkurs des Kreisimkerverein Hannover teil

Langenhagen (lo). Als vor 13 Jahren der Kreisimkerverein Hannover einen Bienenkundlichen Grundkurs angeboten hatte, kamen gerade einmal gut zehn Teilnehmer. Mittlerweile ist der Kurs auf dem Gelände am Wasserturm in Eichenpark des Imkerverein Langenhagens so gut gefragt, dass es in diesem Jahr gleich drei Kurse gab. „Wir konnten dadurch 160 Neu-Imker ausbilden. Insgesamt haben wir seit 2006 sogar 2000 Imker ausgebildet“, sagt der ersten Vorsitzende des Imkervereins Langenhagen Siegfried Neske stolz.
Wie bliebt der Grundkurs ist, zeigt vor allem auch die teils weite Anreise der Teilnehmer. „Jetzt sind auch wieder welche aus Gifhorn und Braunschweig dabei. Es kamen aber schon einmal Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, weil dort ein solcher Kurs nicht angeboten wird“, betont Neske. Bestandteil des Kurses sind dabei zwei Theorie- sowie ein Praxistag – jeweils an einem Sonnabend. „Es ist wichtig, dass wenn man sich mit Bienen beschäftig, die Kurse macht und weiß, wie man mit den Tieren umgeht“, ist sich auch Rüdiger Orschiedt vom Imkerverein Langenhagen sicher.
Aus diesem Grund erfahren die Neu-Imker zuerst alles Wissenswerte in der Theorie, am Praxistag schauen sich die Teilnehmer die Bienenvölker einmal genauer an. „Es gibt bestimmte Anzeichen dafür, wie es einem Bienenvolk geht. Das müssen die neuen Imker wissen und auch gesehen haben“, so Orschiedt. Da für 160 Teilnehmer der Platz aber nicht ausreichend ist, wurde zum einen der Praxistag an zwei Terminen durchgeführt und zum anderen die Teilnehmer in kleine Gruppen aufgeteilt. Diese bestehen immer aus vier bis sechs Neu-Imkern. „Drei Gruppen sind bei uns in Langenhagen, die anderen sind auf das Umland verteilt“, betont Orschiedt.
Gemeinsam mit einem erfahrenen Imker geht es mit den Gruppen an einen Kasten mit einem Bienenvolk. Dort erklären die Imker dein Teilnehmern genau, worauf sie achten müssen und zeigen eventuelle Besonderheiten auf. Zudem ziehen sie jede einzelne Wabe raus und erklären genau, was auf der Wabe zu sehen ist. Des Weiteren zeigen die Imker den Kursteilnehmern, welche Gerätschaften sie zum Imkern brauchen. Dazu zählen unter anderem der Smoker. „Durch den erzeugten Rauch denken die Bienen, dass es brennt. Daher nehmen sie in dieser Zeit Honig auf, um eventuell wegzufliegen. In dieser Zeit wird der Imker daher in Ruhe gelassen und kann die Waben rausziehen“, erläutert Orschiedt.
Wichtig für die Imker ist aber auch ein Stichschutz und am Ende eine Honigschleuder. „Wir haben hier eine vereinseigene Schleuder, die alle Mitglieder nutzen können. Daher sind die Neu-Imker gut beraten, sich einem Verein anzuschließen“, meint Orschiedt. Und er ist sich sicher: „Es ist wichtig, dass die Imker untereinander Kontakte knüpfen können, um Erfahrungen auszutauschen.“
Kontakte im Kurs geknüpft hat auch schon Teilnehmer Mike Wermke. „Es ist schon praktisch so einen Lehrgang mitzumachen. Hier hat man eine Bezugsperson, die einem die Erfahrungen weiter gibt“, ist er sich sicher. Für des Imkern hat er sich aus zwei Gründen entschieden. Zum einen möchte Wermke etwas für die Umwelt tun, zum anderen ist es ein gemeinsames Hobby mit seiner Frau. „Wir haben schon nach den ersten paar Monaten gemerkt, dass es ein extrem interessantes Hobby ist“, so der Neu-Imker. Zurzeit haben sie nur ein Volk in ihrem Garten, eine Erweiterung auf drei Völker ist aber schon geplant.
Ähnlich sieht es auch bei Manuel Schulz aus. Er selbst hat bis jetzt ebenfalls nur ein Volk, welches zurzeit am Rapsfeld steht. Aber auch Schulz plant eine Erweiterung. „Mein Ziel ist es, Selbstversorger zu sein. Aus diesem Grund habe ich mit den Bienen angefangen und gelernt, wie ich Honig gewinnen kann“, so Schulz.