"Es ist eine tolle Form der Nachhilfe"

Frank Saßnick (hinten, mitte) vom Verein Mentor - Die Leselernhelfer und Thomas Kelber, Schulleiter der LIGS, mit den Lesementorinnen der Schule.

Die Leibniz IGS ist die 200 Schule, welche der Verein Mentor - Die Leselernhelfer betreut

Langenhagen (lo). Für einige Schüler der neuen Leibniz IGS (LIGS) – sowie der Robert-Koch-Realschule – steht seit Oktober vergangenen Jahres eine weitere Unterrichtsstunde auf dem Programm: Lesen. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Lesementoren des Vereins Mentor – Die Leselernhelfer üben dabei leseschwache Kinder und Jugendliche das Lesen. Denn der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Leseförderung durch Ehrenamtliche in Kooperation mit Schulen durchzuführen. „Eine Förderung erhalten dabei Schüler aus allen Bevölkerungsschichten, die eine deutliche Schwäche aufweisen“, erläutert Frank Saßnick, Schatzmeister des Vereins.
Wie wichtig diese Förderung ist, zeigt ein erster Erfahrungsaustausch der Mentoren von Schülern der LIGS mit Schulleiter Thomas Kelber sowie der Sozialarbeiterin Rosi Fuchs-Hülster. „Es geht in kleinen Schritten voran“, berichtet Christine Bertram. Gerade eine große Schrift und kurze Wörter würden schon gut gehen. „Wir lesen jetzt zudem gemeinsam, dass hilft ihr“, erzählt Bertram. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Erika Gronau. „Ich habe gemerkt, dass er zum Beispiel Vögel und Bäume nicht zuordnen konnte. Aus diesem Grund habe ich Bücher zu diesen Themen besorgt“, erläutert die Lesementorin. Und weiter: „Ich finde, er hat auch schon Fortschritte gemacht.“
Nicht ganz so gut ist es hingegen bei Christa Niemeck gelaufen. Ihre Schülerin ist öfter ohne abzusagen nicht erschienen und hat zudem oft ihre Unterlagen vergessen. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass sie keine Lust hat. Aber ich habe nicht aufgegeben“, so Niemeck. Der Schule ist das Problem bekannt und hat nun auch reagiert. „Sie haben nichts falsch gemacht“, betont Fuchs-Hülster. „Sie bekommen jetzt auch ein neues Lesekind.“ Ähnlich lief es auch bei Gretlied Jonas. „Ich bin etwas naiv an die Sache herangegangen. Es geht nicht mehr darum, ein tolles Buch zu lesen, sondern es immer weiter runterzubrechen“, weiß die Lesementorin jetzt. Anders erging es Jonas bei ihrem zweiten Lesekind. „Er ist seinem Alter sehr weit voraus und hat seine Ziele stets vor Augen.“
Ein wichtiger Punkt in der Arbeit ist für die Lesementoren aber vor allem einer: Das Kind kennenlernen und sich auf deren Bedürfnisse einstellen. „Es geht auch darum, eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen. Das ist ganz wichtig“, betont Fuchs-Hülster. Und das dies gut funktioniert, zeigt die Begeisterung der Schüler. „Viele erzählen mit glühenden Augen ihren Freunden von der Förderung. Und sie freuen sich immer darauf“, sagt Fuchs Hülster. „Sie leisten mit dieser Stunde unglaublich viel“. Dies sieht auch Kelber so. „Es ist wertvoll, was sie leisten. "Es ist eine tolle Form der Nachhilfe."
Auch die Mentoren selbst sind begeistert. „Es macht sehr viel Spaß und bringt Freude“, sagt Christine Bertram. Doch sie geben der Schule auch noch einige Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg. Dazu zählen unter anderem ein fester Raum für die Förderstunden sowie ein paar Stichpunkte über den Leistungsstand der Schüler. Und auch ein regelmäßiges Treffen zum Erfahrungsaustausch wünschen sich die Mentoren. Kelber ist für die zahlreichen Informationen dankbar - und versucht diese auch umzusetzen.
Der Verein Mentor – Die Leselernhelfer ist aber nicht nur an der LIGS, sondern auch an vielen weiteren Schulen in der Region Hannover vertreten. Die Leibniz IGS ist dabei bereits die 200. Schule. „Die Unterstützung in den Schulen ist unterschiedlich. Aber ich muss sagen, Sie machen das hier am besten“, betont Saßnik. Und auch den Meinungsaustausch begrüßt der Schatzmeister des Vereins. Doch er ist sich auch sicher: „Der Bedarf ist eigentlich noch viel größer – auch an anderen Schulen.“ Aus diesem Grund sucht der Verein auch weitere Lesementoren. Nähere Auskünfte gibt es telefonisch unter (0511) 60065775 sowie im Internet auf www.mentor-leselernhelfer.de.