Es knirscht im Gebälk

"Andreas Hafner. Der ist doch nur frustriert, weil er nirgends mehr landen konnte." Es werden sicher nicht wenige Christdemokraten sein, die die harsche Kritik ihres Parteikollegen so lapidar abtun wollen, aber da liegen sie falsch. Hätte Hafner der Partei richtig schaden wollen, so hätte er seine verbalen Angriffe zum Wahlkampfthema gemacht, zu dem Zeitpunkt noch mehr Öl ins Feuer gegossen. Jetzt legt er zugegebenermaßen zwar ordentlich nach, fokussiert sich bei seiner scharfen Kritik aber auf ganz bestimmte Personen und Programmpunkte. Darüber nachzudenken lohnt sich sicher allemal, Fraktionschef Mirko Heuer hat ja auch angekündigt, das Thema parteiintern in der nächsten Mitgliederversammlung aufzuarbeiten. Und dass es bei den hiesigen Christdemokraten kräftig im Gebälk knirscht, ist sicher nicht von der Hand zu weisen, zu groß sind die Differenzen zwischen der Kernstadt und dem Westen, und auch im Norden hatten sich die Ortsverbände aus Krähenwinkel und Kaltenweide ja vor einigen Jahren getrennt. Auch innerhalb der Partei sind sich lange nicht alle grün und tragen das auch nach außen – bestes Beispiel der jüngsten Vergangenheit ist der Konflikt zwischen dem Godshorner Ulrich Müller und dem Schulenburger Lutz Döpke, der in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurde, Döpke auf den letzten Listenplatz katapultierte, von wo aus er bekanntlich richtig durchstartete. Was Zusammenhalt angeht, so können die Christdemokraten so einiges von den sozialdemokratischen Kollegen lernen. Auch bei denen gibt es natürlich jede Menge Reibungsflächen, aber wenn es um die Außendarstellung geht, haben sich wieder alle lieb. Oliver Krebs