"Es muss immer der Kompromiss gesucht werden"

Die stellvertretende Schulleiterin Silke Kaune überreichte den Vertretern der fünf Fraktionen den Honig des Gymnasiums: Wolfgang Langrehr (von links), Ulrike Jagau, Jens Mommsen, Reinhard Grabowsky und Herbert Klever. (Foto: O. Krebs)

Vertreter der Einzelnen Fraktionen gingen am Gymnasium in die Bütt

Langenhagen (ok). „Was du heute kannst besorgen, das verschiebt man ruhig auf morgen“, die Zweite. War es in der vergangenen Woche Bürgermeister Mirko Heuer, der sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellte, so gingen in dieser Woche die Ratsmitglieder Wolfgang Langrehr (SPD), Reinhard Grabowsky (CDU), Ulrike Jagau (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Mommsen (BBL) und Herbert Klever (AfD) in die Bütt, um mit den Schülern zum Beispiel über den Neubau des Gymnasiums an der Pferderennbahn im Allgemeinen und über das Thema Politikverdrossenheit im Besonderen zu sprechen. Zur Diskussion um den Neubau des Gymnasiums: Ulrike Jagau ist der Ansicht, dass alle Schulen auf einer Ebene seien und gleich behandelt werden müssten. Und Wolfgang Langrehr verdeutlichte, dass nicht Kredite, sondern die jährlichen Kosten das Problem seien. Herbert Klever legt viel Wert auf Bildung – Lebensqualität sei wichtiger als Bauqualität. Gute Lehrer müssten her. Und alle fünf Politiker beteuerten, wie wichtig ihnen das Gymnasium sei. Es genieße einen hohen Stellenwert und biete gute Zukunftsperspektiven. Vielfalt müsse sein. Und aus Sicht Jens Mommsens muss fast noch mehr ausgebaut werden, um eine „Schule der Zukunft“gestalten zu können. Jetzt sind es 64,6 Millionen Euro, die investiert werden. Am Raumprogramm solle nicht mehr gerüttelt werden. Es sei legitim, dass Schulleiter Matthias Brautlecht mit den Maximalforderungen ans Raumprogramm rangegangen sei. Für Ulrike Jagau ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Herbert Klever ist genauso wie Jens Mommsen der Ansicht, dass andere Projekte zurückgestellt werden müssten, wenn sie nicht so wichtig seien. Und Ulrike Jagau fordert nicht nur Gerechtigkeit für alle Schulen. Die fetten Jahre für die Vereine seien vorbei, eine „irrsinnige Menge an Vereinen“ müsse sich einschränken. Zum Thema Verwaltung konterte Wolfgang Langrehr den Vorwurf Jens Mommsens, ein Rathausneubau sei unnötig, weil das alte Rathaus absolut intakt sei. Die Mietkosten seien im Moment immens. Und es sei wenig sinnvoll für eine Einsparung von 700.000 Euro das Jugendamt aufzugeben.
Was die Politikverdrossenheit angeht: Herbert Klever ist der Ansicht, sie sei genauso groß wie früher. Die Kinder seien die Leistungsträger der Zukunft. Wolfgang Langrehr aus Kaltenweide erzählte, wie er in die Politik gekommen sei. Sein Vater Otto war, wie er später auch, Ortsbürgermeister in Kaltenweide. Er sei immer der Ansicht gewesen, dass der Ortsrat nur zu entscheiden habe, ob auf dem Weg zum Friedhof Birken oder Fichten gepflanzt werden müssten. Als er schnell gemerkt habe, dass das anders sei, sei sein Interesse rapide gewachsen. Eins sei auf jeden Fall klar, in der Politik müsse immer der Kompromiss gesucht werden.