Europa besser machen

Kandidaten für Europa: Bernd Lange (links) und Nils Hindersmann.

Sozialdemokraten in der Region bereiten Europawahl vor

Langenhagen. Jetzt tagten 120 Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten der Region Hannover in Langenhagen. Sie stimmten sich bereits jetzt auf die Europawahl am 25. Mai 2014 ein. Gastredner war der Europaabgeordnete Bernd Lange (57) aus Burgdorf.
Bernd Lange beschönigte nichts, er sagte klar, dass Europa nicht so weiter machen kann und in einer Krise steckt.
Dennoch ist für ihn das „Projekt“ Europa richtig und gut: „Die Europäische Union hat Menschen und Staaten zusammengebracht und ist eine stabile Friedensmacht. Die EU steht für gemeinsame Grundwerte, ist gelebte Demokratie und gehört zu unserem Alltag." Natürlich ist Europa nicht alternativlos, doch seien die Alternativen wie zurück zur Nationalstaatlichkeit und Abschottung, keine Alternativen, mit denen es den Menschen in Europa besser geht.
„Es ist in unserem ureigensten wirtschaftlichen Interesse in Niedersachsen, wenn die Eurozone und die EU stabil bleiben. Die Rückkehr zu nationalen Währungen würde bedeuten, dass die deutschen Exporte sich verteuern würden und durch Währungsschwankungen und einen gebrochenen Binnenmarkt unsicherer würden. Mehr als 75 Prozent der Niedersächsischen Exporte gehen in den EU-Binnenmarkt. Wenn in unseren Partnerländern in der EU keine Investitionen mehr möglich sind, können auch keine Niedersächsischen Produkte gekauft werden. Das gefährdet unsere Arbeitsplätze. In 2011 ist etwa der Export aus Niedersachsen nach Griechenland um ein Viertel zurückgegangen“, führte der Abgeordnete aus.
„Solidarität ist notwendig. Wir vergessen häufig, dass Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg auch finanzielle Solidarität von seinen europäischen Nachbarn erfahren hat. Die Gläubiger verzichteten 1952 auf einen Teil der Schuldenforderungen, darunter: Griechenland, Irland, Italien, Spanien.“
Exemplarisch nannte Lange die Stärkung von Arbeitnehmerrechten und den Kampf gegen Lohndumping. Es müsse klare Regeln für den Kapitalmarkt geben sowie Investitionen in Qualifizierung und SPD-Unterbezirk Hannover
Beschäftigung. Die Daseinsvorsorge wie der ÖPNV und auch die Wasserversorgung müsse gestärkt werden. „Um eine bessere Politik durchzusetzen, brauchen wir aber vor allen Dingen andere politische Mehrheiten in Europa", machte Lange klar.
Am Ende der Debatte wählten die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ihre Delegierten, die dann am 22. November über die SPD-Kandidatinnen und -Kandidaten für die Europawahl 2014 abstimmen.
Gemeinsam mit Bernd Lange wird auch Nils Hindersmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD Region Hannover, für das Europäische Parlament kandidieren.