Existenzbedrohend für den Waldkater?

SPD und Grüne: Flächenausgleich auf Langenhagener Gebiet

Langenhagen (dl). Auch wenn sowohl der Haushaltsabschluss 2011 als auch die Vorlage zum ersten Nachtragshaushalt sowie die Entlastung des Bürgermeisters für das Haushaltsjahr 2011 vom Rat einstimmig beschlossen und angenommen wurde, so ging das nicht ohne lebhafte Debatten ab.
Eine personelle Aufstockung in der Verwaltung aufgrund steigender Flüchtlingszahlen, zusätzliche Stellen als Drittkräfte in den Krippengruppen und eine bessere personelle Ausstattung des Rechnungsprüfungsamtes sorgen naturgemäß für eine höhere Belastung des Haushaltsetats.
Zum Thema Schwimmbad: Bei sieben Gegenstimmen wurde der Beschluss über die Einhaltung des Kostenrahmens von knapp 27 Millionen Euro mehrheitlich angenommen. Ebenso bei sechs Gegenstimmen der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan 119 für das Schwimmbadgrundstück „westlich der Rennbahn“ Vereinbarung zwischen der Stadt und der DLRG-Ortsgruppe Krähenwinkel: Als Ergebnis einer vertraglichen Regelung in Form eines Nutzungsvertrags zwischen der Stadt und dem Ortsverein erhält die DLRG in Krähenwinkel einen jährlichen Zuschuss von 6.700 Euro.
Bebauungsplan 118 „südlich Friedrich-Ebert-Straße“: Der Plan sieht im wesentlichen eine sogenannte Nachverdichtung mit Einfamilienhäusern auf den Baugrundstücken im Stadtteil Wiesenau vor. In der Planungsphase ergaben sich eine Reihe naturschutzrechtliche Aspekte, die im Umweltbericht festgehalten und in der Planung berücksichtigt wurden. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht werden aufgrund hoher Grundwasserstände Probleme bei der Oberflächenentwässerung genannt.
Antrag der SPD und Grünen-Fraktionen zur Sanierung und Umwandlung der Hermann-Löns-Schule in eine Ganztagsschule: Hier wird sozusagen umgekehrt ein Schuh draus. Zunächst wurde die Hermann-Löns-Schule aufgefordert, ein Konzept zur Umwandlung in eine Ganztagsschule vorzustellen. Daran anschließend erfolgt die weitere Ausarbeitung seitens der Verwaltung für die baulichen Veränderungen. 18 Ratsmitglieder stimmten für dieses Verfahren und zehn dagegen bei vier Enthaltungen. Ein weiteres Reizthema neben den Haushaltsdebatten ist die geplante Änderung der Landschaftsschutzgrenzen im Bereich der Gaststätte Waldkater. Im Grunde genommen waren sich alle Beteiligten darin einig, den Fortbestand des Waldkaters im öffentlichen Interesse durch die Änderung der LSG-Grenzen zu sichern. In der letzten Ratssitzung sorgte eine Tischvorlage der Rot-Grünen Ratsmehrheit allerdings für Irritationen. Der mit der Naturschutzbehörde der Region bis dato vereinbarte waldrechtliche Flächenausgleich von 5000 Quadratmeter für die Herausnahme des Waldkaters aus dem LSG sollte eigentlich in der Gemeinde Burgwedel bei Wettmar geschehen. Die Fraktionen SPD und Bündnis90/Die Grünen beantragten nun mit einer Tischvorlage den Flächenausgleich – ganz oder in Teilen – auf Langenhagener Stadtgebiet vorzunehmen. Ein Vorhaben, das bei der Region als der unteren Naturschutzbehörde auf wenig Gegenliebe stieß. Zwar hat der Rat diesem Ansinnen mehrheitlich zugestimmt, aber ob sich die Region dem anschließen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest bis zur nächsten Sitzung des dortigen Umweltausschusses. Problematisch in diesem Zusammenhang ist nach wie vor der Umstand, dass auf dem Waldkatergrundstück von früheren Pächtern An- und Umbauten und Ergänzungen vorgenommen wurden, die immer noch innerhalb der Landschaftsschutzgebiete liegen. Dabei geht es um einen Streichelzoo, einen großen Spielplatz, eine Außenbühne und einen Ausschankpavillon. Zwar wurden die Pächter dafür in Form von Bußgeldern zur Kasse gebeten, aber gleichzeitig wurden die Umbauten offenbar gewissermaßen stillschweigend geduldet und nachträglich sanktioniert und nicht, wie es in ähnlichen Fällen üblich wäre, wieder abgerissen. Wie der Krähenwinkeler Rodelberg innerhalb eines LSG im Sinne eines dort geplanten Teilflächenausgleichs ins Bild passt, ist ebenfalls fraglich. Wenn sich also die Region aufgrund der unklaren Ausgangslage dazu entschließen sollte, das Verfahren zu vertagen, bedeutete das eine weitere Verzögerung für die Situation des Waldkaters. Denkbar ist aber auch, das Vorhaben ganz zu kippen. Dann bliebe alles beim Alten in Sachen Landschaftsschutzgebiet in seinen ursprünglichen Grenzen. Mit existenzbedrohenden Auswirkungen für den Waldkater. Das stünde allerdings im Widerspruch zum bisherigen Bekenntnis der Region zur Erhaltung der beliebten Gaststätte.