Fachlich orientiert, menschlich und mit Anstand

Blickt gern über den Tellerrand hinaus: Langenhagens Stadtbaurat Carsten Hettwer.

Stadtbaurat Carsten Hettwer will noch eine ganze Menge für Langenhagen bewegen

Langenhagen (ok). Eigentlich wollte er Sport studieren, aber die vielen Lehrer in der Familie haben ihn abgeschreckt. So ist aus Carsten Hettwer (62) eben ein richtig brauchbarer Architekt – so wie übrigens sein Onkel in Frankfurt – geworden, der es im Laufe seines Lebens bis zum Stadtbaurat gebracht hat. Jetzt ist der Baudezernent der Stadt Langenhagen sogar zum ständigen Vertreter des Bürgermeisters gewählt worden, tritt im nächsten Jahr die Nachfolge von Monika Gotzes-Karrasch als Erster Stadtdrat an, die dann in den Ruhestand geht. Hettwer ist seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst, war vorher Baudezernent in Barsinghausen, wo er immer noch lebt, und in Hessisch Oldendorf. Sein Pensionsalter beginnt im Januar 2023, aber gewählt ist er bis Oktober 2024. Er arbeitet gern, auch wenn es im der Rat nicht immer leicht mache, und es im Kopf schon manchmal anstrengend sei. Aber: „Wir werden sehen, wie der neue Rat zusammengesetzt ist“, lässt der Architekt seine Zukunft offen. Eine Zukunft, die auch die Leitung des Eigenbetriebes Bad und seine Tätigkeit als Lehrbeauftragteran der HAWK in Hildesheim umfasst. „Wenn ein Anderer sich auch unentgeltlich um das Bad kümmern möchte, kann er das gern tun“, hängt Hettwer keineswegs an dieser Zusatzaufgabe. Anders sieht es mit seiner Aufgabe in der Domstadt aus. Die Arbeit mit den Studierenden habe schon oft positive Auswirkungen auf Langenhagen gehabt, als Beispiel nennt Hettwer die studentischen Entwürfe für die Doppelfeuerwache für Kaltenweide und Krähenwinkel. „Das sind Aufgaben mit echten Langenhagen-Bezügen“, so der Barsinghäuser, der gern für den Nachwuchs arbeitet. Er hält sehr viel von Projektgruppen, beim Badneubau sei sie sehr erfolgreich. Carsten Hettwer: „Das wünsche ich mir zum Beispiel auch für Gymnasium, IGS Süd und Rathaus.“ Fachlich orientiert, menschlich und mit Anstand – so seine berufliche Devise. Aber der Beruf ist für den leidenschaftlichen 96-Fan und langjährigen Dauerkarteninhaber nicht alles, er ist kein so genannter Fachidiot, sondern blickt auch gern über den Tellerrand hinaus.
Hettwer – in jüngeren Jahren ein hochklassiger Wasserballspieler und Schwimmer auf niedersächsischer und deutscher Ebene sowie sehr guter Tennisspieler – ist Vorsitzender des Tennisvereins in Barsinghausen und auch des Kunstvereins. Im Kunstverein Langenhagen gehört er dem Beirat an. Und dann ist da noch seine Architektengruppe "excurs" mit der er einmal im Jahr eine große Reise unternimmt. „Ich schaue eben im Sinne Langenhagens über die Grenzen hinaus“, so Hettwer, der in seiner Freizeit gern läuft, Motorrad und Mountainbike fährt. Wenn es die Zeit zulässt, liest der sechsfache Vater und dreifache Großvater auch gern. Doch bis er eine längere Zeit iim Haus der Familie in Schweden verbringen kann, vergehen noch ein paar Jahre, in denen der gebürtige Celler – er hat in Großburgwedel sein Abitur gebaut und in Berlin und Hannover studiert – noch eine Menge in Langenhagen vorhat. „Schulen, Rathaus, Kindergärten, Außen- und Grünanlagen – alles Themen, die dringend gelöst werden müssen“, sagt der Fachmann, der das Projekt „Zukunft Stadtgrün“ sehr spannend findet. Punkte wie Naturschutz, Klimaschutz und Umwelt gehen bei ihm einher mit den Stichworten Radverkehr und Stadtbahnverlängerung. Denn wie gesagt: Carsten Hettwer hat immer das große Ganze für die Stadt im Auge.