"Fakten zur Ökologie"

NABU nimmt Stellung zum Thema Stadtpark-Teiche

Langenhagen. „Die Situation der Teiche im Stadtpark ist für mich sehr unbefriedigend - allerdings auch schon seit Jahren, ohne dass das Trockenfallen den Handlungsbedarf auf die Prioritätenliste der Stadt und jetzt auch der Bürger gesetzt hat“, schreibt Ricky Stankewitz, Naturschutzbeauftragter und Vorsitzender des NABU-Langenhagen. Angesichts der Leserbriefe zeige sich, dass ein Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge kaum vorhanden sei. Zu den Fakten klärt er auf: „Wir finden hier ein vollkommen gestörtes Ökosystem vor, was nicht in der Lage ist sich selbst zu regulieren. Ein viel zu hoher Besatz mit Fischen und Enten führt dazu, dass sich eine - nicht nur für Fische - (über)lebenswichtige Unterwasservegetation nicht bilden kann. Dadurch gibt es faktisch keine Sauerstoffproduzenten im Wasser, was dazu führte, dass durch die Stadt eine Belüftungsanlage in den Teich eingebaut werden musste. Dies wiederum verhindert zwar, dass Fische ersticken, was (für die Fische) gut ist, jedoch führt es natürlich dazu, dass jegliche Selbstheilung am Gewässer nicht stattfinden kann, da diese Masse an Fischen sich weiterhin von jeder neu aufkeimenden Wasserpflanze ernähren.“
Noch vorhanden sind Teichmuscheln, die unter Naturschutz stehen, aber nicht zu den streng oder besonders geschützten Arten zählen. In Niedersachsen gilt sie derzeit nicht als gefährdet. Das Einsammeln scheitert nicht am Willen, die Tiere zu retten, sondern an den Möglichkeiten, hinzugelangen. Vielleicht kann das Flachboot auch für das Einsammeln der Muscheln genutzt werden. Aktuell hat sich die Lage etwas entspannt, da die letzten Regenfälle die Teiche wieder etwas aufgefüllt haben.
Beim Gespräch mit dem Bürgermeister Anfang Juni haben die NABU-Vertreter das Thema Bewässerung, insbesondere der Eichen angesprochen. Mirko Heuer hat das sofort an den Fachdienst weitergegeben und die Bewässerung wurde wenige Tage später durchgeführt.
Ein Exkurs zu den Saatkrähen: 120 Brutpaare hat die Langenhagener Kolonie. Es ist nicht verwerflich, wenn die Muscheln am Teich noch eine sinnvolle Verwendung in der Nahrungskette finden. Die ausschließlich ehrenamtlichen Ressourcen des NABU werden in erster Linie für die Erhaltung der stark bedrohten Arten eingesetzt. Wer sich beim NABU für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen möchte, ist herzlich willkommen!