Familie oder Beruf? Beides

Gemeinsame Veranstaltung von ASF und der AWO Langenhagen

Langenhagen. Vor Kurzem  hat in der AWO Langenhagen die gemeinsame Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) Langenhagen und der AWO Langenhagen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf stattgefunden. Alleinerziehende wie auch Familien stehen häufig unter massivem Druck, da sie neben dem Beruf viele weitere private Herausforderungen zu bewältigen haben: die Erziehung der Kinder oder das Sorgen um Pflegebedürftige sind nur zwei von zahlreichen weiteren Beispielen mit denen Familien, aber vor allem immer noch sehr häufig Frauen konfrontiert sind. Diese Frauen sind diejenigen, die im Berufsleben häufig kürzertreten und als Folge nicht selten von Altersarmut betroffen sind. Auch der berufliche (Wieder-)einstieg nach der Familienphase erweist sich oft als komplex und beschwerlich.
Die parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Caren Marks hat die gut gelungene Veranstaltung eingeleitet und mit Blick auf die aktuelle Diskussion im Bundestag über den Haushalt 2020 erklärt, dass allein elf Milliarden Euro in Investitionen für Familien aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einfließen. Diese Investitionen sollen vor allem dazu dienen die Familien dabei zu unterstützen das Familienleben soweit in Einklang zu bringen, dass Familie und Beruf nebeneinander funktionieren. Caren Marks betonte, dass erfolgreiche Familienpolitik auf drei gut funktionierenden Säulen basiert: familienfreundliche Infrastruktur (unter anderem Kitas, Beratungsstellen, Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, etc.), Geld (zum Beispiel. das Elterngeld) und Zeit. Denn Familien können nur dann funktionieren, wenn sie auch Zeit füreinander haben. Dazu gehört selbstverständlich auch die Partnerschaftlichkeit innerhalb der Familie. Aktuell wünschten sich 60 Prozent der Eltern eine partnerschaftliche Aufgabenteilung, aber nur 20 Prozent der Familien lebten diese auch aus. Grund dafür ist sehr oft immer noch die schlechtere Bezahlung von Frauen. Die Bundestagsabgeordnete verwies ausdrücklich darauf hin, dass die Politik sich gezielt an der aktuellen Lebenswirklichkeit von Familien orientieren muss und, dass Familienpolitik der 60er und 70er Jahre heutzutage nicht mehr angebracht ist.
Über die Möglichkeiten des Wiedereinstiegs ins Berufsleben nach der Familienphase, nach langer Auszeit aus gesundheitlichen Gründen oder speziell für Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund haben sowohl Christiane Finner von der Koordinierungsstelle Frau und Beruf von der Region Hannover als auch Andrea Wassermann von der Agentur für Arbeit in Hannover die Teilnehmer der Veranstaltung informiert. Sowohl Finner als auch Wassermann sind sehr gut vernetzt und begleiten Frauen mit Familien beim beruflichen Wiedereinstieg oder bei der Neuorientierung durch individuelle Beratung in einem engen Austausch miteinander. Sie unterstützen die Frauen dabei die richtige Balance von Erwerbs- und Familienarbeit zu finden und bieten gezielte Weiterbildungsangebote zur berufsbezogenen und persönlichen Kompetenzentwicklung. Im breitgefächerten Netzwerk mit Bildungsanbietern, Arbeitsmarktakteuren und Unternehmen aus der Region Hannover erarbeiten sie individuelle berufliche Perspektiven und Strategien – mit und für Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen.
Das berufliche Comeback nach einer Phase der familienbedingten Berufsunterbrechung ist nicht einfach und daher wird die Beratung kostenlos in vertraulichen Einzelgesprächen angeboten, übrigens auch für Männer in Erziehungs- und Elternzeit.