Fast ICE-Unfall am Bahnhof Mitte

Bahnreisende beklagen, dass am Bahnhof-Mitte nicht immer vor durchfahrenden Schnellzügen gewarnt wird. (Foto: G. Gosewisch)

Region will kommunale Kontrolle – Bürgermeister sieht neue Bürokratie

Langenhagen (gg). Die „Vorsicht an der Bahnsteigkante“ ist für Reisende eine Selbstverständlichkeit, Lautsprecherhinweise zur nahenden Durchfahrt eines ICE mit Hochgeschwindigkeit sollten es auch sein. Nicht in den vergangenen Wochen am Bahnhof Langenhagen Mitte, so die Meldung von Zeugen. Sie beobachteten, dass ein ICE einen Passanten an der Bahnsteigkante fast mit sich gerissen hat. Er wurde vom nahenden und nicht angekündigten ICE überrascht.
Wann gab es die letzte technische Überprüfung der Lautsprecheranlage? Auf Anfrage des ECHO antwortet die Deutsche Bahn: „Wir können die Zeugenaussage nicht nachvollziehen. Die Funktionsfähigkeit der Lautsprecheransagen wird ein bis zwei Mal wöchentlich vor Ort geprüft, ein technischer Fehler wird außerdem im System angezeigt. Die Überprüfung in der letzten Woche hat keine Fehler ergeben. Die Überprüfung von heute, 13. Juni, hat ergeben, dass lediglich am Gleis vier die Einfahrt der S-Bahnen nicht durchgesagt wird. Dieser Fehler wird schnellstmöglich behoben. Die Anlage war nach den Prüfungsunterlagen in den letzten Monaten bis auf wenige kurzzeitige Ausfälle in Ordnung, die Lautstärke ebenfalls.“
Unterstützung für Reisende der Deutschen Bahn durch die Kommunen fordert die Region Hannover in einer aktuellen Drucksache, die der Stadtverwaltung Langenhagen in der letzten Woche zugestellt wurde. Die Region stellt finanzielle Teil-Unterstützung für die Gemeinden in Aussicht, die so genannte „Kümmerer“ einsetzten. Die sollen Angestellte der Verwaltung sein, die im Bahnhofsumfeld nach dem Rechten schauen, kleine Reparaturen vornehmen und zur Müllbeseitigung beitragen. „Da ist vieles sehr schwammig formuliert“, erklärt Bürgermeister Friedhelm Fischer und weiter, „in der Umsetzung würde das ein kompliziertes Einrechnen von Regionsmitteln in den Haushalt bedeuten, Ergebnis offen. Zur möglichen Struktur macht sich die Region auch keine Gedanken, das bedeutet für uns schon in der Ausarbeitung einen großen Aufwand. Neue Kostenstrukturen aufzulegen ist in Zeiten von Verschuldung der falsche Weg der Region.“