Fehl am Platze

Nicht alles in der DDR war schlecht? Ostalgie ist aus Sicht des Einzelnen vielleicht durchaus verständlich. Aber fehl am Platze, wenn es um die Aufarbeitung der 40-jährigen Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik geht, in der so viele Menschen bei der Flucht ihr Leben lassen mussten. In der ein Klima herrschte, das von Angst und tiefem Misstrauen geprägt war. Zugegeben: Wer sich nicht so stark politisch engagierte und sich mit dem System arrangierte, konnte in der DDR alt und vielleicht sogar glücklich werden. Doch ein Rechtsstaat war der östliche Teil Deutschland niemals, sondern eine Diktatur wie auch das Regime des Nationalsozialismus. Wenn auch auf eine andere, aber nicht unbedingt minder perfide Art und Weise. Es ist wichtig, dass sich die Jugendlichen und jungen Menschen mit der deutschen Geschichte beschäftigen, nicht zuletzt, um vielleicht politische Strömungen oder aber auch den Erfolg der AfD in den neuen fünf Bundesländern verstehen zu können. Die DDR ist ein Teil der deutschen Geschichte, wenn auch nicht ein Kapitel, das uns als Vorbild dienen könnte. Aber eine 40-jährige Geschichte, die wir im Nachhinein kritisch betrachten und aus der wir lernen sollten.

Oliver Krebs